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	<title>Thorstena</title>
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	<description>high volume information environment</description>
	<pubDate>Mon, 14 May 2012 17:43:03 +0000</pubDate>
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		<title>Social Media und menschelnde SAPisierung</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 17:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Interkulturelles und Milieus]]></category>

		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

		<category><![CDATA[Joshua Gans]]></category>

		<category><![CDATA[Martin Lindner]]></category>

		<category><![CDATA[Quantifizierung]]></category>

		<category><![CDATA[SAPisierung]]></category>

		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>

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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die sozialen Medien perfektionieren die Vermessung des Menschen. Facebooks Börsengang wird zeigen, wie viel Geld das wert ist, hat Sascha Lobo neulich in seiner Spiegel-Kolumne geschrieben. Für diese Behauptung hat der einzige deutsche Internet-Popstar u.a. eine Untersuchung angeführt, die gezeigt hat, dass die professionelle Auswertung von Facebook allemal mehr bringt bei der Bewerbersuche der Wirtschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thorstena.de/wp-content/uploads/2012/05/robotdibus.jpg"><img src="http://www.thorstena.de/wp-content/uploads/2012/05/robotdibus-300x225.jpg" alt="" title="robotdibus" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-4931" /></a></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-facebook-verkauft-ihre-zukunft-a-831925.html">Die sozialen Medien perfektionieren die Vermessung des Menschen. Facebooks Börsengang wird zeigen, wie viel Geld das wert ist</a>, hat Sascha Lobo neulich in seiner Spiegel-Kolumne geschrieben. Für diese Behauptung hat <a href="https://twitter.com/#!/CemB/status/197759632826056704">der einzige deutsche Internet-Popstar</a> u.a. eine Untersuchung angeführt, die gezeigt hat, dass die professionelle Auswertung von Facebook allemal mehr bringt bei der Bewerbersuche der Wirtschaft als ausgeklügelt standardisierte Testverfahren.</p>
<p>So weit sind wir also bereits gekommen bei der Quantifizierung bzw. SAPisierung dieser Welt: Alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, wird gemessen und in Prozesse gegossen. Schon lange nicht mehr nur in den börsennotierten Unternehmen, sondern auch in den kleinen Klitschen. Nicht mehr nur in der Architektur, sondern auch im Handwerk. Selbst die Politik wird gerade von einer gewissen Partei, die gerade sehr erfolgreich ist, auf ihre Vermessbarkeit hin getestet. Und nun also Social Media.</p>
<p>Interessant dabei ist, dass mehr Standardisierung gleichzeitig mehr Menschlichkeit erfordert. Nur Menschen sind in der Lage, die Verwerfungen der Standardisierung, die Grausamkeiten jeder einzelnen Excel-Datei wieder einigermaßen wettzumachen. <a href="http://www.thorstena.de/?p=4486">Empathie-Schnittstellen können bis auf weiteres eben nur Menschen sein.</a></p>
<p>Auch eine Socialmediaisierung der Bildungslandschaft würde bedeuten, dass es (menschliche) Experten geben müsste, die Online-Kommunikation entsprechend auswerten und deuten könnten. </p>
<p>Der kanadische Wirtschaftsprofessor <a href="http://blogs.forbes.com/people/joshuagans/">Joshua Gans</a> nimmt die vielen Kurse, die von den verschiedensten Universitäten und Unternehmen derzeit online gestellt werden, zum Anlass, <a href="http://www.digitopoly.org/2012/05/09/the-next-digital-revolution-in-education-grading/">um über die Folgen der Digital Revolution in Education nachzudenken</a>.</p>
<p>Seine Quintessenz: Noten und Abschlüsse werden an Bedeutung verlieren, und die stetig in Optimierung begriffenen standardisierten Assessments der Unternehmen reichen nicht mehr aus, um die für sie besten Absolventen herauszufiltern. Die Lösung liegt für Gans bei den Professoren, die den Online-Dialog mit ihren Studenten pflegen und diese dann nach bestimmten Kriterien bewerten sollen - ein Social-Media-System für die Schnittstelle Hochschulbildung und Wirtschaft, bestehend aus Likes und Dislikes sowie persönlichen Empfehlungen.</p>
<p>Das mag man gruselig finden, wenn man noch alte humboldtsche Bildungsideale im Kopf hat. Wahrscheinlich ist es aber gesünder und vor allem realistischer, das zur Kenntnis zu nehmen und das beste daraus zu machen. So wie Martin Lindner etwa, der neulich festgestellt hat, dass die  <a href="https://plus.google.com/u/0/102484891814321353019/posts/bWuh2vAunKn">Forderungen der neoliberalen, entsolidarisierten Welt und der kommunitaristisch vernetzten neuen Welt derzeit zusammen fallen</a>. Es sei aber falsch, gute neoliberale Bildung aus moralischem oder bildungsbürgerlichem Dünkel abzulehnen. Richtig verstanden sei eine solche Bildung Ausbildung für den Guerillakampf. Dazu müsse man die Umwelt kennen, mit der man sich auseinandersetzt: &#8220;Nötig ist aber auch, die Punkte zu markieren, an dem beides eben NICHT zusammenfällt.”</p>
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		<title>Links (13.05.2012)</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 13:55:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Interkulturelles und Milieus]]></category>

		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

		<category><![CDATA[Felix Schwenzel]]></category>

		<category><![CDATA[Kai Biermann]]></category>

		<category><![CDATA[Kathrin Passig]]></category>

		<category><![CDATA[Liliana Bounegru]]></category>

		<category><![CDATA[Peter Fader]]></category>

		<category><![CDATA[Randy Roland]]></category>

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		<description><![CDATA[Inzwischen hat Spiegel Online die Vorträge Kathrin Passigs und Felix Schwenzels veröffentlicht, die mir beide vor allem deshalb gefallen haben, weil sowohl Kathrin Passig als auch Felix Schwenzel sich für eines noch mehr interessieren als für Internet und Technologie: für den Menschen dahinter (auch wenn das jetzt etwas pathetisch klingt).
Kai Biermann stellt das Handbuch für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inzwischen hat Spiegel Online die Vorträge <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kathrin-passig-standardsituationen-der-technologiebegeisterung-a-831904.html">Kathrin Passigs</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/felix-schwenzel-bei-der-re-publica-a-832244.html">Felix Schwenzels</a> veröffentlicht, die mir beide vor allem deshalb gefallen haben, weil sowohl <strong>Kathrin Passig</strong> als auch <strong>Felix Schwenzel</strong> sich für eines noch mehr interessieren als für Internet und Technologie: für den Menschen dahinter (auch wenn das jetzt etwas pathetisch klingt).</p>
<p><strong>Kai Biermann</strong> stellt das <a href="http://blog.zeit.de/open-data/2012/05/07/handbuch-des-datenjournalismus/<br />
">Handbuch für Datenjournalismus</a> vor, an dem auch sein Brötchengeber, die Zeit, mitgearbeitet hat. Dass das Thema auf jeden Fall noch erklärungsbedürftig und auch umstritten ist, zeigt <strong>zum Beispiel dieser Text Randy Rolands</strong>, der sich <a href="http://blogs.smithsonianmag.com/ideas/2012/05/big-data-or-too-much-information/">über die Big-Data-Perspektiven der US-amerikanischen Wirtschaft Gedanken macht</a>, einige interessante Projekte nennt und unter anderem auch den big-data-kritischen Marketingprofessor <strong>Peter Fader</strong> zitiert (siehe auch das komplette Interview mit Fader <a href="http://www.technologyreview.com/business/40320/">in der technology review</a>):</p>
<blockquote><p>Even with infinite knowledge of past behavior, we often won’t have enough information to make meaningful predictions about the future. (&#8230;) All the data in the world will never achieve that goal for us.</p></blockquote>
<p>(Dass man auf so etwas überhaupt hinweisen muss, puh.)</p>
<p>(Was Big Data mit Journalismus zu tun hat und wie Journalismus mit Big Data umgehen könnte/sollte, wird in einem Text von <strong>Liliana Bounegru</strong> (<a href="https://twitter.com/#!/bb_liliana">die auch twittert</a>) ganz gut beschrieben - <a href="http://radar.oreilly.com/2012/05/history-of-data-journalism.html">in a brief history of data journalism</a>, einem Auszug aus dem oben genannten Handbuch.)</p>
<p>Außerdem hat sich <strong>Frank Schirrmacher</strong> in die Urheberrechtsdebatte eingeschaltet und <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/urheberrechtsdebatte-schluss-mit-dem-hass-11749057.html">einen Vorschlag zur Güte und für die ersten Schritte heraus aus dem Hass</a> gemacht:</p>
<blockquote><p>Wenn wir fordern, die Produktionsbedingungen von Kunst zu respektieren, dann müssen wir auch ihre heutigen Rezeptionsbedingungen kennen und respektieren. (&#8230;)</p>
<p>Als Erstes die Steuereintreiber des Pharao identifizieren, und zwar dort, wo sie nicht hinter kommerziellen Anbietern her sind. (&#8230;)</p>
<p>Des Weiteren Druck auf die Industrie, dass sie komfortable Plattformen zum legalen Download bereitstellt und mit ihnen zu experimentieren beginnt. (&#8230;)</p>
<p>Das ist auch von der anderen Seite zu erwarten, und wenn eine Bewegung Partei wird, dann wäre diese Form der Vermittlung auch ihre wichtigste Aufgabe. Was wird aus File-Sharing, wenn, wie jetzt bekannt, Facebook das File-Sharing in seine Plattform integriert? Wird dann Facebook das, was Google mit erstaunlicher Rücksichtslosigkeit jetzt schon ist: der größte Verleger der Welt? Wollen wir in einer Welt der Selbstausbeutung für multinationale Konzerne leben?</p>
</blockquote>
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		<title>Tanzeinlage LVI</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 12:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bilder und Symbole]]></category>

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		<description><![CDATA[Odissee remixt Marvin Gayes Ain´t that peculiar.

(via Thilo Specht)
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.youtube.com/user/oddiseemusic">Odissee </a>remixt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Marvin_Gaye">Marvin Gayes </a>Ain´t that peculiar.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/Gcz--kNhW44" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>(via <a href="https://plus.google.com/u/0/107186781664882063797/posts">Thilo Specht</a>)</p>
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		<title>Links (06.05.2012)</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 11:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Interkulturelles und Milieus]]></category>

		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

		<category><![CDATA[Bruno Latour]]></category>

		<category><![CDATA[David Weinberger]]></category>

		<category><![CDATA[Marcel-André Casasola Merkle]]></category>

		<category><![CDATA[Nick Haflinger]]></category>

		<category><![CDATA[Philp Banse]]></category>

		<category><![CDATA[re:publica 2012]]></category>

		<category><![CDATA[Wolfgang Neuhaus]]></category>

		<category><![CDATA[Wolfgang Paul]]></category>

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		<description><![CDATA[Joachim Paul aka Nick Haflinger, Spitzenkandidat der Piratenpartei in NRW, hat sich zu der Kritik an seiner Partei geäußert, dass allein netzbasierte, quantitative Verfahren der Meinungsfindung nicht ausreichen, um verantwortungsvolle Politik zu machen.
Diese Kritik findet Paul einseitig und verweist darauf, dass es das Verdienst der Piratenpartei sei, die Frage aufgeworfen zu haben,
was durch das weltumspannende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Paul">Joachim Paul</a> aka <strong>Nick Haflinger</strong>, Spitzenkandidat der Piratenpartei in NRW, hat sich <a href="http://www.vordenker.de/blog/?p=525">zu der Kritik an seiner Partei geäußert</a>, dass allein netzbasierte, quantitative Verfahren der Meinungsfindung nicht ausreichen, um verantwortungsvolle Politik zu machen.</p>
<p>Diese Kritik findet Paul einseitig und verweist darauf, dass es das Verdienst der Piratenpartei sei, die Frage aufgeworfen zu haben,</p>
<blockquote><p>was durch das weltumspannende elektromagnetische Kommunikationsfeld in Gestalt des Internet als technologische Ermöglichungsbedingung bereitgestellt ist, sowohl im Hinblick auf die Konstruktion weiterer darauf aufsetzender Kulturtechniken als auch für die Weiterentwicklung dessen, was wir heute Demokratie nennen – oder in Zukunft nennen wollen.  (&#8230;)</p>
<p>Es ist bereits erwiesen, dass die Lösung komplizierter technischer Fragestellungen ohne weitgehende – statische – Hierarchien durch kleine und größere Gruppen von Konstrukteuren über das Netz möglich ist. Der weltweite Erfolg vieler Open-Source Software-Projekte belegt das eindrucksvoll. Daraus kann und muss nun die Frage abgeleitet werden, ob derartige Verfahren auch für die Inangriffnahme politischer Fragestellungen geeignet sind.</p></blockquote>
<p>Wissen ist überbewertet, sagt <strong>David Weinberger</strong>, und damit meint der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Weinberger">Netzphilosoph</a> nicht das Wissen an sich, sondern das Wissen im Netzwerk, das eben nicht die eine richtige Lösung ausspuckt, sondern viele - <a href="http://projectinfolit.org/st/weinberger.asp">je nachdem in welchem Kontext wir fragen</a>:</p>
<blockquote><p>For a couple of millennia, we assumed that saying that there is not a single right order would mark one as a lunatic. Chaos seemed to be the only alternative. For lots of reasons, we’ve come to accept that there are many right ways (&#8230;), and that the way that works for us in a given situation is dependent on that situation and our interests.</p>
<p>Now the Internet has given us an infrastructure that is perfectly designed for this sort of multi- and inter-subjective idea of knowledge.</p></blockquote>
<p>Wie man aus diesem ständigen Strom und dieser Vielfalt an Informationen das im jeweiligen Fall nutzbare Wissen herauszieht, wie man es findet und letztendlich beurteilt, das ist für Weinberger die große Aufgabe, vor der die Bildungsexperten stehen:</p>
<blockquote><p>Clearly, in a world so super-abundant with ideas and information, knowledge is knowledge if it is “good enough.” That’s the only way to gain the efficiency of knowledge that our old system of authority provided. But, it’s not always (or perhaps even usually) obviously what constitutes being good enough. Good enough for a weather forecast is different than good enough for brain surgery.</p>
<p>Educators and librarians need to aggressively teach students in this skill. Students need help in gaining the skill to discern what’s worth believing and what’s hucksterism and wish fulfillment. This is an age-old need exacerbated by the Net’s eroding of homogenous authority (for better and for worse).</p></blockquote>
<p>Für <strong>Wolfgang Neuhaus</strong> müssen die Bildungsinstitutionen darüber hinaus eine Erzählung bereit stellen, die zum Lernen motiviert: </p>
<blockquote><p>Die weit verbreitete Output-Orientierung im Bildungsdiskurs wird häufig dazu herangezogen, Zukunftsplanung aus den Ergebnissen empirischer Forschung heraus und entlang entsprechender Prognosen zu entwickeln. Bedeutet das aber nicht eine extreme Verengung unserer Bildungsperspektiven, wenn wir Zukunft reduzieren auf das Beheben statistisch erhobener Defizite oder die Planung entlang vorausgesagter Effekte? Wo bleibt dann die Intuition, die Kreativität, die kulturelle Vielfalt, die Potenzialentfaltung des einzelnen Menschen?
</p></blockquote>
<p>Mit Bruno Latour (u.a.) empfiehlt der <a href="http://www.mediendidaktik.org/impressum/">Mediendidaktiker</a> in einem <a href="http://community-review.mediendidaktik.org/2012/05/01/didaktisches-design-neuhaus/">Vortrag, den er noch im Mai auf einer öffentlichen Ringvorlesung an der Uni Köln halten wird</a>, auf die Erzählung &#8220;Bildung als ein Vorgang permanenter Innovation&#8221; zu setzen und bringt als Beispiel das Internet:</p>
<blockquote><p>Die Entstehung des Internet ist ein gutes Beispiel für einen kollektiven Bildungsprozess im Sinne des Vorgangs der permanenten Innovation. So war es die Vision eines »Intergalactic Computer Network« von J.C.R. Licklider, die 1963 den Ausgangspunkt bildete für die Entwicklung des Internets. (&#8230;) Bis zum Web 2.0, wie wir es heute nutzen, erleben wir einen höchst kreativen, kollektiven Bildungsprozess, der maßgeblich (nach der Ablösung vom amerikanischen Militär) von universitären Einrichtungen getragen und vorangetrieben wurde.
</p></blockquote>
<p>Ansonsten war ja bekanntlich die <strong>re:publica 2012</strong>, die für mich persönlich eher enttäuschend verlief. Der erste Tag ging zwar ganz gut los, und ich hatte einige nette Begegnungen und konnte ein paar interessante Vorträge hören. Insgesamt hatte ich aber zu wenig Zeit (Arbeitnehmerverpflichtungen), um mich einfach mal auf dem Gelände aufzuhalten und auch einmal spontan zu irgendwelchen Veranstaltungen zu gehen. Insofern kam für mich weniger dabei rum, als ich mir erhofft hatte. (Ein bisschen <a href="http://re-publica.de/12/">re:publica</a> ist also wie ein bisschen schwanger.)</p>
<p>Deshalb maße ich mir hier kein Fazit an und verweise auf die ersten Videos, die bereits online zu finden sind, zum Beispiel auf einige <a href="http://www.dctp.tv/#/filme/eroeffnung-republica2012/">Sachen von Philip Banse</a>. Oder auch auf die Wetten-dass-Show jeder Re:publica: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/sascha-lobo-bei-der-re-publica-a-831364.html">den Überraschungsvortrag Sascha Lobos</a>.</p>
<p>Leider habe ich auch <strong>Marcel-André Casasola Merkle</strong> nicht sehen können. Aber nach dem sehr interessanten <a href="http://www.taz.de/!92807/">Interview in der taz</a>, in dem der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel-André_Casasola_Merkle">Spieleentwickler</a> über Spiele, Regeln und Demokratie spricht, warte ich gerne noch ein wenig, bis sein Panel dann auch im Netz zu sehen sein wird.</p>
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		<title>Über das Risiko</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 21:04:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

		<category><![CDATA[Zitate und Bonmots]]></category>

		<category><![CDATA[Richard Sennett]]></category>

		<category><![CDATA[Risiko]]></category>

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		<description><![CDATA[Fibonaccis berühmtes Buch über das Risiko, Liber Abaci (1202), (&#8230;) behauptet den zufälligen Charakter aller Ereignisse, betont aber die menschliche Fähigkeit, Risiken zu berechnen. (&#8230;) Im berühmtesten Teil des Buches versuchte Fibonacci zu errechnen, wie viele junge Kaninchen in einem Jahr von einem einzigen Elternteil abstammen können. Aus solchen Reihenkalkulationen entwickelte sich die gesamte mathematische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leonardo_Fibonacci">Fibonaccis</a> berühmtes Buch über das Risiko, Liber Abaci (1202), (&#8230;) behauptet den zufälligen Charakter aller Ereignisse, betont aber die menschliche Fähigkeit, Risiken zu berechnen. (&#8230;) Im berühmtesten Teil des Buches versuchte Fibonacci zu errechnen, wie viele junge Kaninchen in einem Jahr von einem einzigen Elternteil abstammen können. Aus solchen Reihenkalkulationen entwickelte sich die gesamte mathematische Wissenschaft der Vorhersage. (&#8230;) </p>
<p>Noch bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts versuchte man, das Risiko einfach durch den Austausch von Erfahrung und Information zu verstehen und zu vermindern. (&#8230;) Die von Fibonacci in Gang gebrachte Revolution ersetzte auf manchen Gebieten schließlich die Diskussion durch unpersönliche Statistiken.</p>
<p>Dennoch liegt die Furcht, das Schicksal herauszufordern, noch immer über der Risikoberechnung. Die Risikomathematik kennt keine Absicherung, und deshalb ist es ganz vernünftig, dass sich die Psychologie des Risikos auf mögliche Verluste konzentriert. (&#8230;) Allem Risiko wohnt die Drift inne, denn Drift ist die verbale Übersetzung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Regression_zur_Mitte">Regression zu einem Mittelwert</a>. Anders ausgedrückt, dem Eingehen von Risiken fehlt mathematisch die Qualität einer Erzählung, bei der ein Ereignis zum nächsten führt und dieses bedingt.</p></blockquote>
<p>(Aus: Richard Sennett <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/richard-sennett/der-flexible-mensch.html">Der flexible Mensch</a>.)</p>
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		<title>Links (29.04.2012)</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 21:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Interkulturelles und Milieus]]></category>

		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Redakteure des Economist sind total fasziniert vom 3D-Drucker, sehen die Digitalisierung des Handwerks bereits im vollem Gange und rufen eine dritte industrielle Revolution aus. Das ist ihnen ein recht üppiges Special mit mehreren Artikeln wert:
Ask a factory today to make you a single hammer to your own design and you will be presented with [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Redakteure des Economist sind total fasziniert vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/3D-Drucker">3D-Drucker</a>, sehen die Digitalisierung des Handwerks bereits im vollem Gange und rufen eine <strong>dritte industrielle Revolution</strong> aus. Das ist ihnen <a href="http://www.economist.com/node/21552901<br />
">ein recht üppiges Special mit mehreren Artikeln</a> wert:</p>
<blockquote><p>Ask a factory today to make you a single hammer to your own design and you will be presented with a bill for thousands of dollars. The makers would have to produce a mould, cast the head, machine it to a suitable finish, turn a wooden handle and then assemble the parts. To do that for one hammer would be prohibitively expensive. If you are producing thousands of hammers, each one of them will be much cheaper, thanks to economies of scale. For a 3D printer, though, economies of scale matter much less. Its software can be endlessly tweaked and it can make just about anything. The cost of setting up the machine is the same whether it makes one thing or as many things as can fit inside the machine.
</p></blockquote>
<p>Wenn es um die <a href="http://blog.findings.com/post/21400550240/how-we-will-read-maria-popova<br />
">Zukunft des Lesens</a> und um die<strong> Zukunft des Lesens</strong> im Internet geht, werden überraschend häufig Plattformen genannt, die <a href="http://www.brainpickings.org/index.php/2011/06/28/7-publishing-platforms/<br />
">der langen Form einen gewissen Vorzug</a> geben: zum Beispiel <a href="http://byliner.com/">Byliner</a> oder <a href="http://atavist.net/">Atavist</a> oder <a href="http://readmatter.com/">Readmatter</a> oder <a href="http://longform.org/">Longform</a> oder <a href="http://www.40kbooks.com/">40kbooks</a> oder <a href="http://longreads.com/">Longreads</a>.</p>
<p>Die <strong>Piratenpartei</strong> hat einen neuen Vorsitzenden, dessen Name an den von <a href="http://www.kurtkroemer.de/">Kurt Krömer</a> erinnert. Außerdem atmen (fast) alle auf, dass es nicht <a href="http://juliaschramm.de/">Julia Schramm</a>, die <a href="http://">Jutta Ditfurth</a> der Piraten, geworden ist. <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/piratin-julia-schramm-wahlkampf-einer-digitalen-seele-11731922.html">Melanie Mühl</a> und <a href="http://www.malte-welding.com/2012/04/27/julia-schramm-und-das-ende-der-privatheit/">Malte Welding</a>, auf dessen Mist die Ditfurth 2.0 gewachsen ist, inklusive.</p>
<p>Außerdem ist nächste Woche <a href="http://re-publica.de/12/">Re:publica</a>, machen wir uns nichts vor.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von der unerträglichen Langsamkeit der Politik und der Frage, ob es wirklich eine kluge Idee ist, die Demokratie zu beschleunigen</title>
		<link>http://www.thorstena.de/?p=4828</link>
		<comments>http://www.thorstena.de/?p=4828#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 16:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>

		<category><![CDATA[Christoph Kappes]]></category>

		<category><![CDATA[entfremdung]]></category>

		<category><![CDATA[Hartmut Rosa]]></category>

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Wenn zwei Geschwister von Ihrer Großtante 100.000 Euro unter der Bedingung bekämen, dass sie sich untereinander über die Verteilung des in Aussicht gestellten Geldes einigten, dann kann man mit der so genannten Nash-Formel ausrechnen, wie das Ergebnis ausfallen wird. Man muss nur ein bisschen über die beiden Geschwister wissen, zum Beispiel wie es gerade um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thorstena.de/wp-content/uploads/2012/04/schneckentempo.jpg"><img src="http://www.thorstena.de/wp-content/uploads/2012/04/schneckentempo-224x300.jpg" alt="" title="schneckentempo" width="224" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-4827" /></a></p>
<p>Wenn zwei Geschwister von Ihrer Großtante 100.000 Euro unter der Bedingung bekämen, dass sie sich untereinander über die Verteilung des in Aussicht gestellten Geldes einigten, dann <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nash-Lösung">kann man mit der so genannten Nash-Formel ausrechnen</a>, wie das Ergebnis ausfallen wird. Man muss nur ein bisschen über die beiden Geschwister wissen, zum Beispiel wie es gerade um ihre Finanzen bestellt ist: Der Geschwisterteil, der weniger auf der hohen Kante oder sogar Schulden hat, wird sich eher einen niedrigeren Betrag abhandeln lassen, als der Teil, der mehr Geld und deshalb weniger zu verlieren hat.</p>
<p>Das Ergebnis lautet dann in der Regel 70.000 zu 30.000 für das ohnehin begütertere der beiden Geschwister. Und man kann das in einer liberalen Sichtweise durchaus als neutral und somit in gewisser Weise als gerecht bezeichnen, weil es in einem Verhandlungsprozess zustande gekommen ist, in dem die Geschwister ihre Interessen  <em>rational </em>gegeneinander abgewogen und sich auf einen Kompromiss geeinigt haben. Wobei dieses Konzept auf die lange Sicht den Reichen immer reicher und den Armen immer ärmer macht - der klassische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us-Effekt">Matthäus-Effekt</a> also.</p>
<p>Ob die moralische Bewertung dieser Frage genauso ausfällt, ist also eine andere Frage: Schließlich steht nirgends geschrieben, dass Familienmitglieder wie Marktteilnehmer zu behandeln seien und sämtliche gesellschaftliche Teilsysteme rein ökonomischen Prämissen untergeordnet werden sollten.</p>
<p>Liberale Politik-Modelle wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/A_Theory_of_Justice">zum Beispiel John Rawls einflussreiche Theory of Justice </a>legen nahe, dass Gerechtigkeit und Moral unabhängig sein sollten <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/weltbeziehungen_im_zeitalter_der_beschleunigung-hartmut_rosa_29577.html">&#8220;von allen konkreten empirischen Wünschen oder Zwecken, da diese notwendig partikularer Natur sind und die Interessen oder Rechte anderer verletzen könnten.&#8221;</a> Die beiden Begriffe werden in dieser Theorietradition zugunsten einer möglichst weit reichenden Autonomie bzw. Selbstbestimmung der einzelnen Marktteilnehmer untergeordnet: Die Freiheit der Wahl ist das Ideal, das hinter dieser Gerechtigkeitskonzeption steckt.</p>
<p>Doch diese Konzeption mit ihrer Trennung von konkreten, individuellen Handlungsmotivationen und dem abstrakten, übergeordneten Ziel der Autonomie der Bürger hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Ziele des Staatsbürgers denen des Marktbürgers zunehmend zum Opfer gefallen sind: Die Menschen wechseln in die private Krankenkasse, obwohl sie gegen ein Zwei-Klassen-Gesundheitssystem sind. Sie schicken ihre Kinder auf die Privatschule, obwohl Sie für Chancengleichheit sind. Dass Gesundheits- und Bildungssystem in keinem guten Zustand sind, dafür können sie ja nichts: Es sind die ökonomischen Sachzwänge, die diese Entscheidungen alternativlos erscheinen lassen und damit de facto die eigentlich erstrebte Autonomie des Einzelnen einschränken.</p>
<p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/die-verdrossenen-und-die-empoerten_1.16611315.html">Alternativlosigkeit aber ist eine Vorstellung, die, sobald sie häufiger kommuniziert wird, mit der Demokratie unvereinbar ist</a>: Den Nationalstaaten in einer globalisierten Wirtschaft schrumpfen die Handlungsspielräume, die Einkommen und Vermögen der Bürger klaffen immer stärker auseinander. Und da die Erwartungen der Bürger trotz allem immer noch an den Staat adressiert werden, ist die Folge Politikverdrossenheit.</p>
<p>Es hat sich inzwischen die Einsicht durchgesetzt, dass einer der wichtigsten Gründe für diese Entwicklungen die Beschleunigung des wirtschaftlichen Lebens ist, mit der andere gesellschaftliche Teilsysteme nicht mithalten können. Allen voran die Politik: Immer komplexere Entscheidungen müssen in immer kürzeren Zeitspannen gefällt werden. Darauf ist die repräsentative Demokratie mit ihren oft langwierigen und ausgeklügelten Meinungsfindungsprozessen nicht eingestellt, weshalb große Teile der Politik bereits in andere Bereiche wie Expertenkreise und Sachverständigenräte outgesourct wurden. Und so verwandelt sich die demokratische Beteiligung der Bürger in eine Beurteilung von Entscheidungen, die längst getroffen und nur unter großen Anstrengungen oder auch gar nicht rückgängig zu machen sind.</p>
<p>Nun sind gerade die <a href="http://christophkappes.de/total-buyout-netzneutralitat-entfremdung-ein-galopp-durch-netzthemen-der-heutigen-timeline/">neuesten Beschleunigungen (&#8230;) dem Zeitalter der Digitalisierung voll zuzurechnen: <em>Finanzmärkte SIND Information, Banken SIND Computer.</em> (&#8230;) <em> Die Entwicklung der Technik folgt dem Prinzip, dass alles, was „bewegt“ wird, freier fließen kann.</em></a> So auch bei der Piratenpartei, die angetreten ist, die Politik per Digitalisierung zu beschleunigen: Sie IST ein Netzwerk, und es ist noch nicht ausgemacht, <a href="http://www.thorstena.de/?p=4787">ob dieses jemals zu einer Partei werden wird</a>. Deshalb ist ihre größte politische Konkurrenz keine andere Partei, sondern politische Netzwerk-Bewegungen wie Occupy. Ihre Vorläufer-Organisation sind weniger die Grünen als vielmehr die <a href="http://www.thorstena.de/?p=4740">die Berliner Love Parade</a>.</p>
<p>Die Piratenpartei stellt also einen Versuch dar, die Politik zu digitalisieren und damit zu beschleunigen. Ihr Gründungsmythos ist die Überzeugung, dass sich Politik als Markt gestalten lässt: Sie <a href="http://www.thorstena.de/?p=4825">propagiert Ideen von Transparenz und Partizipation, die den Abgeordneten zu einem Menschen mit politischem Mandat degradieren, der wie ein Börsenhändler Order in Maschinen tippt und per Rückmeldung politische Handlungsbefehle erhält. Über diese politischen Entscheidungen ist dann nicht weiter zu sprechen, weil sie bereits entschieden wurden.</a> Es ist dann im Weiteren nur logisch, dass sich die Piraten noch keine großartigen Gedanken darüber gemacht haben, wie das von ihnen verfolgte reine Prinzip der Mehrheitsentscheidung legitimiert werden kann, ob es Selbstbestimmung zulässt und was Mehrheitsentscheidungen im schlimmeren Fall für die Betroffenen bedeuten könnten.</p>
<p>Die Piraten sind somit ein Beispiel <a href="http://www.thorstena.de/?p=3619">für die zunehmende Quantifizierung der Welt</a>. Das ewige Konkurrenzverhältnis zwischen dem Allgemeinen (dem statistischen Mittelwert, dem Qualitätsstandard, der Messung) und dem Besonderen (der individuellen menschlichen Erfahrung) hat sich bei ihnen einseitig zugunsten des ersteren gewendet.</p>
<p>Nun ist es aber so, dass <a href="http://www.thorstena.de/?p=3851">Ideen auch bei dem Wechsel ihres Anwendungsbereiches der Schwerkraft nicht entgehen, auch nicht bei einem Technologietransfer.</a> Deshalb haben sich die Piraten mit ihrer hyperaffirmativen Haltung zum Marktgedanken einige Probleme in ihren Rucksack geladen, die der liberalen Politikideologie entstammen, und laufen so Gefahr, letztendlich das nur zu verstärken, was sie eigentlich rückgängig machen wollen: die Entfremdung des Bürgers von der Politik.</p>
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		<title>Politik lässt sich als Markt gestalten - der Gründungsmythos der Piratenpartei?</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 20:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

		<category><![CDATA[Gründungsmythos]]></category>

		<category><![CDATA[Piraten]]></category>

		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

		<category><![CDATA[Stefan Schulz]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehrheitsentscheidungen gibt es natürlich schon heute. Aber nicht überall, sondern nur bei Wahlen und der parlamentarischen Rechtsetzung. Die inhaltliche Arbeit am Gesetzestext dagegen erfolgt in parlamentarischen Ausschüssen, in denen parteipolitische Grenzen an Bedeutung verlieren und persönliches Engagement, Vertrauen, Verhandlungsgeschick, Solidarität und Kollegialität, Hilfe und Achtung, Konflikt und Konkurrenz – die elementaren Verhaltensweisen gelingender Sozialität – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Mehrheitsentscheidungen gibt es natürlich schon heute. Aber nicht überall, sondern nur bei Wahlen und der parlamentarischen Rechtsetzung. Die inhaltliche Arbeit am Gesetzestext dagegen erfolgt in parlamentarischen Ausschüssen, in denen parteipolitische Grenzen an Bedeutung verlieren und persönliches Engagement, Vertrauen, Verhandlungsgeschick, Solidarität und Kollegialität, Hilfe und Achtung, Konflikt und Konkurrenz – die elementaren Verhaltensweisen gelingender Sozialität – in den Vordergrund treten. (&#8230;)</p>
<p>Lässt sich die mit vielen Problemen behaftete qualitative Arbeit am Gesetzestext substituieren durch das rein quantitiative Auszählen von Bürgermeinungen?</p>
<p>Die Piratenpartei bejaht dies und propagiert Ideen von Transparenz und Partizipation, die den Abgeordneten zu einem Menschen mit politischem Mandat degradieren, der wie ein Börsenhändler Order in Maschinen tippt und per Rückmeldung politische Handlungsbefehle erhält. Über diese politischen Entscheidungen ist dann nicht weiter zu sprechen, weil sie bereits entschieden wurden. Das dahinterliegende Problem, für das Demokratie und Transparenz die Lösung sind, hat man dabei übersehen. Kein Wort zu Legitimation, keine Diskussionen über Subsidiarität, keine Unterscheidung zwischen an der Politik partizipierenden Bürgern und von politischen Entscheidungen Betroffenen.</p></blockquote>
<p><a href="http://stefanschulz.com/">Stefan Schulz</a> hat etwas <a href="http://volltext.online-merkur.de/">für den Merkur</a> geschrieben und glaubt nicht, dass das Internet, sondern eine gesellschaftliche Identitätskrise der Grund für die Erfolge der Piratenpartei sind. Dass sie die Lösung für die Krise sind, glaubt er aber auch nicht.</p>
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		<title>Links (22.04.2012)</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 23:33:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Interkulturelles und Milieus]]></category>

		<category><![CDATA[Konzepte und Ideen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Huffington Post ist weder Blog noch Portal, sondern ein Netzwerk, zusammen gekleistert mit Code und Geld, Prominenz und vertikalen Skalierungseffekten: Michael Shapiro hat nicht nur die HuffPo-Geschichte zusammengefasst, sondern zeigt in seinem langen Text auch noch, wie das eigentlich möglich war. Unwahrscheinlich, aber möglich. Quintessenz der Erfolgsgeschichte ist für ihn ein Begriff: Iteration. Keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.huffingtonpost.com/">Huffington Post</a> ist weder Blog noch Portal, sondern ein Netzwerk, zusammen gekleistert mit Code und Geld, Prominenz und vertikalen Skalierungseffekten: Michael Shapiro hat nicht nur die HuffPo-Geschichte zusammengefasst, sondern <a href="http://www.cjr.org/cover_story/six_degrees_of_aggregation.php?page=all">zeigt in seinem langen Text</a> auch noch, wie das eigentlich möglich war. Unwahrscheinlich, aber möglich. Quintessenz der Erfolgsgeschichte ist für ihn ein Begriff: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iteration">Iteration</a>. Keine Angst vor Fehlern also, sondern die bewusste Inkaufnahme derselben. (Was wohlgemerkt nicht heißt, dass alles zufällig ablaufen sollte - ein Rahmen wurde bei der HuffPo schon gesetzt.)</p>
<p>Urheberrecht ist das Thema der Stunde, um es mal so zu sagen: Kai Biermann hat die Frontverläufe der Debatte <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-04/urheberrecht-frontlinien">aufgezeichnet</a>. Ansonsten versucht die Piratenpartei <a href="http://www.piratenpartei.de/2012/04/15/vorstellung-der-urheberrechtspositionen-der-piratenpartei-und-aufklarung-von-mythen/﻿"> gerade klarzustellen</a>, dass sie dieses nicht abschaffen, sondern ändern möchte. Malte Welding <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/urheberrechtsdebatte-wir-muessen-ueber-geld-reden-11720092.html">beschreibt eher literarisch</a> die Befindlichkeitsebene der Urheber, und Christoph Kappes versucht, anhand der wirtschaftlichen Dynamik, die sich aus der Digitalisierung ergibt, einen klaren Kopf zu bekommen: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,826871,00.html">Wahrscheinlich werden Intermediäre, Vermittler - vor allem heutige Verwerter - unter Druck geraten, weil mit digitalen Marktteilnehmern neue Torwächter entstehen. Ihre Leistungsketten brechen, und monolithische Organisationen verlieren ihre Grenzen.</a></p>
<p>Netzphilosophisch bleibt es erneut mit Christoph Kappes aber dabei: <a href="http://christophkappes.de/total-buyout-netzneutralitat-entfremdung-ein-galopp-durch-netzthemen-der-heutigen-timeline/">“Wir wollen alle, dass Daten ungehindert fliessen können, weil uns das nützt.”</a></p>
<p>Außerdem sollten unsere Daten (die, die wir bewusst ins Netz stellen) auch unter unserer Kontrolle sein, und deshalb hat auch Sascha Lobo wieder einmal eine wichtige Spon-Kolumne geschrieben: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827995,00.html">Eurer Internet ist nur geborgt</a>.</p>
<p>Weitere lesenswerte Artikel:</p>
<p>Der Philosoph Hans Bernhard Schmid schreibt mit Homer über Gefühle als soziale Form, also eben nicht als höchstindividuelles Ding: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/und-ihr-weinen-fuellte-den-raum_1.16542167.html">Mitgefühl ist keine separate Extra-Fähigkeit, sondern eine Form unseres Fühlens überhaupt.</a></p>
<p>Martin Meyer schreibt über die Zukunft bzw. die Krise der Demokratie: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/die-zukunft-der-demokratie_1.16545751.html">Bis jetzt steht in den Sternen, mit welchen Mitteln es gelingen können sollte, emotional und geschäftsmässig konkret jene Bürgernähe wiederherzustellen, die – im Sinne Hannah Arendts – als vita activa selbstverantwortlichen Handelns immerhin noch normative Geltung beansprucht.</a></p>
<p>Und Alexandra Rojkov <a href="http://www.zeit.de/2012/17/Buchmarkt-E-Books">lässt anklingen</a>, wie das in Deutschland amazon- und applemäßig aussehen würde, wenn die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buchpreisbindung">Buchpreisbindung</a> fiele.</p>
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		<title>Tanzeinlage LV</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 06:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorstena</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bilder und Symbole]]></category>

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		<description><![CDATA[60s shake, aus dem griechischen Film Oh, that wife of mine (1967).

(via PCL LinkDumb)
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>60s shake, aus dem griechischen Film <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Oh!_That_Wife_of_Mine">Oh, that wife of mine (1967)</a>.</p>
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<p>(<a href="http://easydreamer.blogspot.de/2012/04/60s-shake-smooth.html">via PCL LinkDumb</a>)</p>
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