Monatsarchiv für September 2010

 
 

Keine Ahnung

Einigermaßen verwunderlich, dass Malcolm Gladwells Artikel im New Yorker Why the revolution will not be tweeted in der deutschsprachigen Blogosphäre nicht wirklich aufgegriffen wird. In den USA hat der Journalist mit seiner Behauptung, in der Digitalen könne kein vernünftiger politischer Aktivismus entstehen, jedenfalls für Debatten gesorgt - und die deutschen Blogger sind ja normalerweise schnell dabei, wenn es darum geht, US-Blogposts mit ein wenig Lokalkolorit anzureichern und dann als DE-Blogposts zu veröffentlichen.

Menschen dazu zu bringen, aus innerer Überzeugung Kopf und Kragen zu riskieren - das Kriterium, das den wahren Revolutionär ausmacht - dafür sei die Netzwerkstruktur des Internets schlichtweg nicht geeignet, da das Netz schwache statt starke Bindungen hervorbringe und eben Netzwerke statt Hierarchien, schreibt Gladwell.

Damit ist er ziemlich nahe dran an den hier bereits zitierten Evgeny Morozov (den er auch anführt) und Geert Lovink, die zwar vom Fehlen charismatischer Anführer im Netz sprechen, meines Erachtens im Grunde dasselbe meinen: Internetaktivisten sind Salonrevolutionäre. So lautet dann (häufig, nicht nur bei den Dreien) das Urteil, das wahlweise mit den Charakteren der Internetaktivisten oder mit der Struktur des Netzes erklärt wird.

Gladwell ist dabei offensichtlich auf Effekt aus und erzählt eher historische Anekdoten als seine Argumente genau zu erklären. Jedenfalls leuchtet mir zum Beispiel nicht ein, warum Hierarchie und Netzwerk so gegeneinander gestellt werden. Ist eine Hierarchie kein Netzwerk? Und tauchen die starken Bindungen des kohlenstofflichen Lebens (Familie, Partner, Freunde) nicht auch in der Digitalen (Facebook) auf?

Henry Farrell ist mit Gladwell auch überhaupt nicht einverstanden und verweist auf den aktuellen Stand der politischen Wissenschaft in der Frage, ob und inwieweit digitale Kommunikation revolutionäre Prozesse anstoßen, fördern, weitertragen oder gar auslösen kann - indem er sich selbst (und andere) zitiert (pdf):

Man weiß es schlichtweg (noch) nicht.

Boulevard II

Wie schön, dass Michael Seemann sein ehemaliges FAZ-Blog “CTRL-Verlust” wiederbelebt hat (und weiterführen möchte). Es wäre auch schade gewesen, wenn derlei Zitate aus seiner Feder Tastatur verloren gegangen wären:

“Die freie Entfaltung der Persönlichkeit sollte insgesamt Elternneutral verlaufen”, um die “Angleichung der Bildungschancen aller Schichten” zu erreichen.

Wie ich ausgerechnet auf dieses Zitat komme? Weil ich es seinerzeit (kritisch) kommentiert hatte. Und die Kommentare sind bei der Wiederbelebung des Blogs flöten gegangen.

Ist aber egal; Seemann macht sich über den Vernetzungsgrad seines Blogs ohnehin keine Sorgen. Denn mit Foucault sieht er diesen als “Diskursmaschine” im Sinne seiner wahrlich inflationär vertretenen These des Kontrollverlustes am Werke, die noch laufen werde, wenn wir alle bereits das Zeitliche gesegnet haben:

“Wenn man sagt, dass die Entwicklung der Abfragetechniken von Daten diese immer neuen Verknüpfungen zuführt, dann sind meine Daten morgen lebendiger als heute und übermorgen lebendiger als morgen. Dann ist es ganz natürlich, dass wir heute über historische Personen mehr wissen, als ihre Eltern über sie wussten und dann wird die Zukunft mehr über mich wissen, als ich mir heute vorstellen kann, was man über einen Menschen überhaupt wissen kann. (…)

Die endgültige Verletzung der Privatsphäre ist die Auferweckung der Toten.” (Fettung des Autors).

Die “Verletzung der Privatsphäre” ist “endgültig”. Der Kontrollverlust, das eigene Konzept, ist ein “Paradigmenwechsel”. Erziehung sollte “Elternneutral” sein. Das Denken sollte eine “kopernikanische Wende” vollziehen.

Darunter geht es bei Michael Seemann und seiner “postmodernen Euphorie” offenbar nicht - was ihm einerseits eine veritable Digitalgefolgschaft verschafft hat, andererseits eine Reihe leidenschaftlicher Kritiker, die auf den nächsten ‘”Ihr werdet vom Internet assimiliert und habt keine Chance”-Rülpser’ nur warten, um ihm eine totalitäre Geisteshaltung zu attestieren.

CTRL-Verlust ist also wieder da - es fühlt sich so an, als ob “Wetten dass” zwei Jahre weg vom Schirm war und Gottschalk nun sein Comeback feiert: Egal wie es ausgeht, für Unterhaltung ist gesorgt.

Machen wir uns nichts vor XXII

Die Begriffe von Entwicklung und Evolution: sie gestatten, eine Folge von verstreuten Ereignissen zu gruppieren, sie auf ein einziges und gleiches organisatorisches Prinzip zu beziehen, sie der exemplarischen Kraft des Lebens (mit seinen Anpassungsmechanismen, seiner Erneuerungsfähigkeit, der unablässigen Korrelation seiner verschiedenen Elemente, seinen Assimilations- und Austauschsystemen) zu unterwerfen, bereits in jedem Beginn ein Kohärenzprinzip und die Skizze einer künftigen Einheit am Werk zu finden, die Zeit durch eine ständig reversible, immer am Werk befindliche Beziehung zwischen einem Ursprung und einem Endpunkt zu beherrschen, die nie gegeben wurde.

Michel Foucault dekonstruiert in der “Archäologie des Wissens” Begriffe, die den Anschein der Kontinuität erwecken: Tradition, Einfluss, Mentalität, Geist, Buch, Autor, Werk - und eben auch Entwicklung und Evolution.

Zapateros Kotau

Also, dieser Aufmacher heute der spanischen Vorzeigetageszeitung El País:

Der ist ein Armutszeugnis für alle Beteiligten. Da sitzt der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wie ein Schulbübchen einer illustren Runde von im monetären Sinne megapotenten Wall-Street-Investoren gegenüber (ganz rechts im Bild ist zum Beispiel der Herr Soros zu sehen) und erklärt, wie Spanien gedenkt, seinen Staatshaushalt in Ordnung zu bringen. Laut El País ist die einzige kritische Bemerkung, die er sich erlaubt erlauben darf, kurz darauf hinzuweisen, wo der Ursprung der Krise lag, die inzwischen und bekanntlich auch die Staatshaushalte belastet.

Nicht, dass mich hier jemand falsch versteht: Es geht nicht um das Gespräch als solches; Zapatero dürfte nicht der einzige Staatschef sein, den die Tycoonen zum Rapport bestellt haben. Es geht mir um die Veröffentlichung dieser Sache mitsamt Foto auf Seite 1 der wichtigsten spanischen Tageszeitung.

Der Sozialist Sozialdemokrat Politiker Zapatero sendet ein Signal an institutionelle Investoren, das die Solidität der spanischen Staatsfinanzen untermauern soll. Dass ein großer Teil seiner Wählerschaft dabei das kalte Kotzen bekommen dürfte, haben seine Berater wahrscheinlich mit dem Argument weggewischt, dass die potenten Jungs am anderen Ende des Tisches die fleischgewordene Systemrelevanz sind.

Die potenten Jungs lassen sich dafür mit dem Politikerchen abbilden und dokumentieren damit ihre Borniertheit - und Unangreifbarkeit.

Und die Zeitung lichtet allesamt auf der Titelseite ab und schreibt noch nicht einmal einen kritischen Kommentar dazu.

Ach so, das Rezept, das die Jungs dem Politikerchen empfehlen, ist total neu und verspricht einiges, vor allem für die Bürger: Man nennt es “Mehr Privatisierung”.

Aufmerksamkeitsgetriebener Mentalkapitalismus

Aufmerksamkeit ist ein flüchtiges Gut. Zumal im Netz. Sascha Lobo hat nun in einem Interview beschrieben, wie man im Rahmen der so genannten Aufmerksamkeitsökonomie dauerhaft “erfolgreich” sein kann - indem nämlich die Aufmerksamkeits- in eine Respektsökonomie transformiert werde:

Man muss zwischen Aufmerksamkeit und Respekt unterscheiden. (…) Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist es, die Bekanntheit - das soziale Kapital - in ökonomisches Kapital zu überführen. (…)

Das ökonomische Kapital stockt just in der Sekunde, in der die Aufmerksamkeit weg ist. Deshalb muss man die bloße Beachtung zu Respekt weiterentwickeln, indem man den Menschen einen Mehrwert bietet, der über die kurze Unterhaltung hinausreicht.

Bekanntkeit als soziales Kapital? Da zucke ich erst einmal und fände Beziehungsnetzwerk passender, wobei diese Begriffswahl dem Titel des Buches geschuldet sein dürfte, in dem das Interview steht.

Lobo bezieht sich neben Bourdieu auch auf Georg Franck, dem wir das Konzept der Aufmerksamkeitsökonomie verdanken und der von einer “steigenden gesellschaftlichen Bedeutung der Aufmerksamkeit” im Informationszeitalter ausgeht:

Noch nie huldigten die Menschen im Kollektiv mit solcher Hingabe ihrer Anziehungskraft auf fremde Aufmerksamkeit wie in den heute reichsten und höchst zivilisierten Gesellschaften. Je reicher und offener die Gesellschaft, um so unverhohlener rückt der gesellschaftliche Ehrgeiz ins Zentrum der Lebensinhalte. (…)

Der moderne Kult um das Einkommen an Aufmerksamkeit mußte nicht erst erfunden werden. Neu und erstaunlich ist allein die Vehemenz, mit der sich der professionelle Geschäftssinn auf die seelischen Energien stürzt. Und nur in der Macht, mit der die Sphäre der medial kanalisierten Beachtung nun dasteht, kann an der Entdeckung der neuen Ökonomie schockieren.

Das Machtvolle daran, ja sicher. Machtvoll nicht allein durch Masse, auch anhand der technologischen Möglichkeiten.

Und der weltanschauliche Aspekt daran ist tatsächlich erstaunlich: Mir ist jedenfalls zuweilen immer noch unheimlich, wie Mentalkapitalismus überhaupt selbstverständlich werden konnte und “sich der professionelle Geschäftssinn auf die seelischen Energien stürzt”. (Aber ich musste in der Schule auch noch Goethes Werther lesen.)

Tanzeinlage XXVIII

Faszinierend. Und toll gezeichnet.

httpv://www.youtube.com/watch?v=h03QBNVwX8Q&feature=player_embedded

Gesehen bei trixitreats

Digitaler Politaktivismus (”Supermeme II”)

Im letzten Blogpost an dieser Stelle wurde Michael Arrington zitiert, der über massenpsychologische Einflussmöglichkeiten in der Digitalen aus der Sicht eines Bloggers geschrieben hat (“Blogging And Mass Psychomanipulation”).

Arrington projiziert diese Möglichkeiten wie dort beschrieben von der digitalen auf die kohlenstoffliche Welt, indem er die Möglichkeiten von Bloggern mit denen von Politikern und Predigern vergleicht - mit folgendem Fazit:

I imagine priests and rabbis and career politicians have much the same experience. (…) It doesn’t work on every individual, but the masses as a group are easy to manipulate.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Leute wie Geert Lovink und Evgeny Morozov einen Unterschied zwischen Politaktivismus in seiner herkömmlichen Form und digitalen Politaktivismus machen - und letzterem die Durchschlagskraft absprechen. (Schnittstelle bzw. Gemeinsamkeit zwischen den Themen “Supermeme” einerseits und Digipolitaktivismus andererseits wäre also die Voraussetzung, möglichst viele Leute zu erreichen - und zu einer “Haltung” oder “Aktion” zu motivieren.)

Morozov beklagte vor einigen Monaten in einem Streitgespräch mit Clay Shirky den “wahllosen Charakter des digitalen Aktivismus“:

Ich mache mir (…) Sorgen (…) darüber, wie das Internet den Charakter des politischen Widerstands in autoritären Regimen verändert (…) [Der digitale Aktivismus] würdigt unser Engagement für politische und gesellschaftliche Themen, die wirklich wichtig sind und permanente Aufopferung verlangen, herab.

Ich bin ebenfalls nicht sicher, ob Blogger so großartige Symbole für regierungskritische Kampagnen sind. Die gewöhnlichen unpolitischen Menschen, über die wir sprechen, die, die am Ende den Mut aufbringen, auf die Straße zu gehen und die Staatsgewalt herauszufordern: Diese Menschen müssen von Leuten angeführt werden, die bereit sind, mutig für ihre Sache einzutreten, sich zu opfern, ins Gefängnis zu gehen und die nächsten Havels, Sacharows oder Solschenizyns zu werden.

Ich glaube, dass ein Massenprotest einen charismatischen Führer, einen Sacharow braucht, um sein Potential wirklich entfalten zu können. Meine Befürchtung ist, dass es im Twitter-Zeitalter keinen Solschenizyn mehr geben kann.

Da stecken zwei Argumente und eine Unterstellung drin: das übliche (meines Erachtens überstrapazierte) Zerstreuungsszenario, das Soziale Netzwerke kritisch als Aufmerksamkeitszerbröseler sieht, und das (meines Erachtens wichtige) Überwachungsszenario, das die Einflussmöglichkeiten autoritärer Regime im Vergleich zu denen der Internetaktivisten, die in solchen Ländern leben, weitaus größer einschätzt. Aber auch die Vermutung, dass es Internetaktivisten am nötigen Ernst fehlen könnte. (So ein bisschen wie bei den 68ern. Daniel Cohn-Bendit: “Die Revolution, wir haben sie so geliebt!”.)

Abgesehen davon, dass man als deutscher Staatsbürger so seine Probleme mit dem Ausdruck “charismatischer Führer” hat, finde ich die Behauptung fragwürdig, dass man einen solchen braucht für einen ordentlichen Massenprotest. Jedenfalls hört sich das immer noch sehr nach den Theorien Gustave le Bons an, und der schrieb sein Standardwerk “Psychologie der Massen” Ende des 19. Jahrhunderts - wobei die Masse dabei alles andere als gut wegkam (”geistig außerordentlich tief stehend”).

Über die Möglichkeiten des politischen Aktionismus (in diesem Fall eher in westlichen Staaten als in totalitären Regimen) hat neulich auch Geert Lovink nachgedacht. Lovink verweist ähnlich wie Morozov auf die andere Seite, die bessere Überwachungsmöglichkeiten hat (und im Zweifel das Gewaltmonopol) und sieht zumindest einen Teil der Zukunft des “Undergrounds” - man höre und staune - offline:

Hardcore underground can no longer dream of an invisible status because it is subjected to the same techno-surveillance as all others. (…)

We need to mind a stricter separation between internal organization and external communication. Because of the lack of privacy and increased surveillance, (militant) protest can no longer rely on electronic devices in the early stages and decisive moments of socio-aesthetic action. This is a problem as, for instance, email is still used as a tool for mobilization and internal debate. It is tempting to use mobile phones on the streets to coordinate action. (…)

It is likely that activism has to, once again, become hyper-local and offline, in order to strike its target effectively.

Morozov und Lovink liefern also unter dem Strich schon einige gute Argumente, warum es digitalen Politaktivmus an Durchschlagskraft fehlen könnte. Aber gerade bei Morozov vermischen sich in diesem Fall die ihm eigene, zurückhaltende Beurteilung der politischen Kraft des Digitalen mit blanken Vorurteilen.

Es muss ja nicht immer ein Sacharow sein, der die Massen bewegt. In der Digitalen käme meines Erachtens derzeit am ehesten Julian Assange für eine vergleichbare Rolle in Frage. (Wobei man ihm so etwas vielleicht eher nicht wünschen sollte, so wie sich das in den Tagen seit den Afghanistan-Protokollen entwickelt hat.)

“Supermeme”

Jakob Jochmann alias Erz hat sich aus der Vogelperspektive mit dem derzeit medial omnipräsenten Namen Sarrazin auseinandergesetzt und dabei unter anderem über Rückkopplungseffekte in der digitalen Aufmerksamkeitserheischungskultur nachgedacht.

Hier deu­tet sich ein neues Phä­no­men für die Medi­en­theo­rie an: Weil die Emp­fän­ger von Infor­ma­tio­nen den Gehalt der Infor­ma­tion über ihre aktive Suche mit­ge­stal­ten, weil sie zum Bei­spiel in Such­ma­schi­nen nach ein paar Schlüs­sel­wor­ten suchen, ent­steht eine posi­tive Rück­kopp­lung (…).

Die Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie tut ihr übri­ges. Alle Medi­en­pro­du­zen­ten, die ihre Inhalte an Leser ver­brei­ten wol­len, müs­sen deren Such­an­fra­gen berück­sich­ti­gen. (…) Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung bringt »Super­meme« her­vor, Schlüs­sel­worte, die sich in der posi­ti­ven Rück­kopp­lungs­schleife gegen andere Deu­tungs­mus­ter des glei­chen Sach­ver­hal­tes unwei­ger­lich durch­set­zen.

Obwohl Erz die so entstehenden “Supermeme” problematisiert, weil sie so dominant sein können, dass sie selbst “die Wahrheit” absorbieren, ist seine Sichtweise nicht pessimistisch: Internetnutzer partizipieren nach dieser Lesart aktiv, vielleicht sogar bewusst an Meinungsbildungsprozessen, indem sie Suchmaschinen nutzen und die digitalen Spuren dieser Nutzung in ihrer Gesamtheit spürbare Auswirkungen haben.

Andererseits - Stichwort Supermeme - gehören massenpsychologische Phänomene im Internet tatsächlich zum täglich Brot. Tech Crunch-Gründer Michael Arrington hat das neulich beschrieben, als er Bloggen als eine der besten Methoden charakterisierte, um solche Phänomene zu verstehen - und aktiv zu beeinflussen (”a training ground for mass psychology and manipulation”).

In seinem Blogpost geht Arrington anders als Erz nicht vom Nutzer, sondern vom Urheber der Information (in diesem Fall: Blogger) aus, die später zum “Supermem” oder zumindest zum Shitstorm anwachsen kann. Und dieser Urheber habe enorme Einflussmöglichkeiten auf seine Leser, da er - im Gegensatz zu den Autoren der traditionellen Massenmedien - über unmittelbare Feedbackmöglichkeiten verfüge:

Old media types (…) generally have an editorial agenda, certain writing rules, and editors to please. There are too many layers between them and the direct feedback loop. so they evolve much more slowly. Bloggers have a direct line to the collective mind.

Wenn Arrington diese Feedbackmöglicheiten dann von der digitalen in die kohlenstoffliche Welt projiziert, indem er die Möglichkeiten von Bloggern mit denen von Politikern und Predigern vergleicht, spricht er meines Erachtens einen interessanten Punkt an:

I imagine priests and rabbis and career politicians have much the same experience. Speaking publicly so frequently they learn exactly how to manipulate the audience, or the camera, to get the reaction they want. It doesn’t work on every individual, but the masses as a group are easy to manipulate.

Interessant, weil Leute wie Geert Lovink und Evgeny Morozov an dieser Stelle unter Umständen widersprechen würden - zum Beispiel wenn es um die wirklichen Möglichkeiten geht, die sich Digitalaktivisten so bieten in der Politik.

Aber ich denke, die beiden würden auch nicht grundsätzlich abstreiten, dass die digitale Öffentlichkeit wächst und mit den Nebenwirkungen klarkommen muss.

Tanzeinlage XXVII

Wer so tanzen kann wie James Brown, muss sich über die Wahl seiner Strickjacke keine Gedanken mehr machen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=7_xBT_xavzM&feature=player_embedded

(via Nerdcore)

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