Monatsarchiv für Oktober 2010

 
 

Ein Dogma aus der präfacebookschen Phase

Es brauchte einige Tage, bis die Kritik am Medienjournalisten Stefan Niggemeier zum Shitstorm wurde, weil er behauptet hatte, der Verleger Konstantin Neven DuMont (KND) habe auf seinem Blog nach allen Regeln der Kunst getrollt und so die Kommentarfunktion systematisch gestört. Nach meiner Wahrnehmung dauerte es ebenso lange, bis sich der Hauptvorwurf an Niggemeier herausschälte, er habe die persönlichen Daten, die KND auf seinem Blog hinterließ, gegen dessen Willen veröffentlicht und damit missbraucht. (Dann aber gab es bekanntlich kein Halten mehr.)

Gerade in diesen Tagen vor dem Shitstorm kam bei einigen niggemeierkritischen Kommentatoren eine eigenartige Bastahaltung zum Vorschein, die Wolfgang Michal nicht zu Unrecht als dogmatisch bezeichnete: “Diese Leute postulieren ein neues (aus dem Hut gezaubertes) Dogma. Es lautet: Anonymität muss immer gewährleistet werden.

Allein: Die Überzeugung, im Netz gebe es ein absolutes und unumstößliches Gesetz auf Anonymität, ist weder neu noch aus dem Hut gezaubert. Im Gegenteil: Sie ist schon wieder so alt, dass sich niemand daran zu erinnern scheint. Diese Überzeugung kommt aus der präfacebookschen Entwicklungsphase des Internets, in denen noch ganz andere utopistische Erwartungen in das Internet gesetzt wurden, als das heutzutage der Fall ist.

Um einen Netzdino in diesem Zusammenhang zu zitieren:

Einer der zentralen Gedanken Anfang der 1990er Jahre war die Veränderbarkeit der Identität. Die Internetkultur ist jedoch in eine völlig andere Richtung gegangen. Es geht heute im Netz um eine völlig einfache und konservative Form der Selbstdarstellung. Es ist so, als ob man sich ständig irgendwo bewerben würde. Das war so nicht gedacht. Man wollte damit viel spielerischer und kreativer umgehen. (…)

Die sozialen Netze, die in den letzten Jahren aufgebaut worden sind, sehen in der Virtualität eine reine Kopie der realen Welt. Die Benutzer finden das prima. Das Netz ist eine Tragödie der Selbstrepräsentation,

meint Geert Lovink und kritisiert die “Vermassung des Internets”, die zu einer “Situation grundlegender Desorientierung” geführt habe.

Aus dieser Perspektive ist es dann einmal mehr der tumbe Mainstream, der die Möglichkeiten netzbasierter Errungenschaften zunichte macht - und den es zu belehren gilt. Mit dem Ergebnis, dass sich notorische “Regelaufsteller-Arschlöcher” zu Wort melden, die nicht argumentieren, sondern Vorschriften machen.

Es mag erkenntnistheoretisch nicht uninteressant und durchaus fruchtbar sein, im Netz so etwas wie gelebte Postmoderne zu sehen - mit der viel beschworenen Krise des Subjekts und der Vorstellung, der Mensch sei mitnichten das kleinste Modul des Diskurses. Aus einer elitären Grundhaltung heraus aber alle als ahnungslos abzustempeln, die im Internet “eine reine Kopie des realen Lebens sehen”, ist im besten Falle kleingeistig. Im schlimmsten ist es tatsächlich eine “arschlochmäßige” Grundhaltung.

Neukölln und Caffè Latte

Nachrichten aus der Berliner Blase: Vor zehn Jahren oder so habe ich auch mal im Stadtteil Neukölln gewohnt. Sogar unweit der Weserstraße, in deren Umfeld inzwischen ein ziemlich klassischer Gentrifizierungsprozess eingesetzt hat. Nicht gerade zur Freude derjenigen, die schon vorher da waren und diese Entwicklung überhaupt erst angestoßen haben.

Von der Kneipe/Initiative/dem Sender Freies Neukölln ging sie aus, und nun schlagen sich einige das Händchen an die Birne und fragen sich, was sie da bloß angerichtet haben.

(Wenn ich so sehe, welche Blüten derzeit die Gentrifizierung im Prenzlauer Berg treibt - sämtliche Ordnungsamtstrafzettelarschgeigen der Stadt scheinen dort derzeit den Auftrag zu haben, innerhalb einer Woche die neuen Parkscheinautomaten zu refinanzieren, die aufgestellt wurden, um den ganzen Schwaben immerfreie Parkplätze zu schaffen; dafür schrecken sie selbst davor nicht zurück, sich morgens um halb acht vor die Schulen zu stellen und Eltern abzuziehen, die ihre Kinder dort absetzen. (Nein, Öffentliche sind keine Alternative. Fährt ja derzeit praktisch nichts abseits rammelvoller Busse, in denen Kids unter 10 im Falle einer Vollbremsung zu Hack gepresst werden würden, Klugscheißer) - wenn ich das so sehe (ganz abgesehen davon, dass es spätestens in zwei Jahren keine einzige Baulücke, keine einzige für Nichterben bezahlbare Wohnung, keinen einzigen brauchbaren Club mehr geben wird), habe ich für das Händchen an der Birne vollstes Verständnis.)

Jedenfalls hat der Sender Freies Neukölln nun einen Film über die Weserstraße ins Netz gestellt, in dem dieses Unbehagen sehr überzeugend artikuliert wird. Ich hatte beim ersten Sehen jedenfalls gleich einen gewissen großstädtisch-kreuzbergerisch-neuköllnerischen Typus vor dem inneren Auge, der garantiert keinen Caffè Latte trinkt.

Offending the Clientele from Retsina Film on Vimeo.

Gesehen bei Ronnie Grob.

Technologie verschluckt Verknüpfungen

Eigentlich ist das Wörtchen Technologie in den USA erst seit den Dreißiger Jahren gebräuchlich, schreibt Leo Marx. Der MIT-Gelehrte führt dies darauf zurück, dass die auf Technik und Wissenschaft basierenden Erfindungen erst so ausgetüftelt und komplex werden mussten, bis sich eine begriffliche Leerstelle auftat, die mit den herkömmlichen Maschinenmetaphern nicht mehr zu schließen war. Der Begriff Technologie füllt diese Leerstelle laut Marx aus, hat dabei aber die ursprünglich gebräuchliche Verknüpfung des Themas mit einem anderen quasi verschluckt - mit der Frage, ob und inwieweit dies den Menschen nutzt. Deshalb nennt er Technologie “ein riskantes Konzept“:

In contemporary discourse, private and public, technologies are habitually represented by “things” - by their most conspicuous artifactual embodiments: transportation technology by automobiles, airplanes, and railroads; nuclear technology by reactors, power plants, and bombs; information technology by computers, mobile telephones, and television; and so on. By consigning technologies to the realm of things, this well-established iconography distracts attention from the human - socioeconomic and political - relations which largely determine who uses them and for what purposes.

Because most technologies in our corporate capitalist system have the legal status of private property, vital decisions about their use are made by the individual businessmen who own them or by the corporate managers and government officials who exercise the virtual rights of ownership. The complexity and obscurity of the legal relations governing the use of our technologies, abetted by the reification that assigns them to the realm of things - all of these help to create the aura of “phantom objectivity” that envelops them.

(via Jean-Philippe Pastor)

Boulevard III

Oh, in den vergangenen Tagen gab es einige Blogposts, die ganz hübsch in die Kategorie Netzboulevard passen.

Da war zunächst einmal Sascha Lobos Rant, in dem er sich eine ganze Reihe von Netzprotagonisten unter dem thematischen Deckmantel Urheberrecht zur Brust nahm (”niggemeier könnte texte in fantasiesprache in die rinde einer eiche bei leipzig einritzen, seine stumpfen fans würden begeistert hinpilgern und ihm ein flattr-blümchen hinlegen”). Interessant ist insbesondere die Auswahl der Namen, wie zum Beispiel Markus Spath anmerkt:

das deutsche web kann man mehr oder weniger vollständig als gigantische disseminationsmaschine für skandale/aufregungen beschreiben (man braucht sich ja nur die liste an bloggern anzuschauen, die lobo in seinem rant für erwähnenswert erachtet (wobei lobo und sixtus interessanterweise noch am ehesten dieser dynamik widerstehen, deren funktionslogik entspricht eher dem pop, indem sie den skandal selbst zumindest ironisieren (bzw. irokesieren))))

Stefan Niggemeier selbst ritzte zwar nichts in Eichenrinden, machte aber das (vermeintlich) erratische Gebahren eines Verlagserben in exponierter Stellung in den Kommentarspalten seines Blogs öffentlich (übrigens bereits zum zweiten Mal). Das wiederum gefiel nicht allen gut, vor allem nicht Frank Lübberding, der Niggemeier Heuchelei vorwirft.

Und Wolfgang Michal hatte nichts Besseres zu tun, als wiederum Lobo (stellvertretend für die gesamte digitale Bohème) zu kritisieren, er (und die Bohème) habe der Diskussion um Urheberrechte nichts Substanzielles hinzuzufügen. Michal selbst allerdings auch nicht; eigentlich zitiert er nur aus dem Rant, um dann zu bedauern, dass die Blogosphäre “inhaltlich, personell und finanziell” stagniere. (Was dieser Rant aber eigentlich mit der Blogosphäre an sich zu tun haben soll, verrät er uns leider nicht wirklich; Felix Schwenzel meint ganz richtig, denke ich, dass Michal das Thema zu weit aufzieht.)

Machen wir uns nichts vor XXIII

Komisch, solche Aussagen waren bislang beim Thema S21 und Krise der repräsentativen Demokratie nicht zu hören wie folgende von Jost Stollmann:

Die Lage der Mittelklasse, die für die Demokratie und die Akzeptanz der Marktwirtschaft entscheidend ist, hat sich verschärft. (…) Die Mittelklasse sitzt zum überwiegenden Teil im Gefängnis des abhängigen Normalverdieners und musste lernen, dass die Arbeitsplatzsicherheit - also der Ausgleich für ihre Abhängigkeit - inzwischen zum Tageskurs gehandelt wird. Ihren Arbeitsplatz kann sie bestenfalls noch erhalten, wenn sie dafür Reallohnverzicht hinnimmt. Jeder kann das sehen: Die gesellschaftliche Wertschöpfung geht weg vom abhängig Beschäftigten. Gleichzeitig ist er der Erste, den der Staat belastet, wenn er seine Verschuldung zurückführen will.

Quelle: brandeins

accounting societies und die folgen

Herbert Kalthoff hat beim Soziologentag in Frankfurt, bei dem auch noch das 100-jährige Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie begangen wurde, einen Vortrag über den Sinn ökonomischen Rechnens gehalten. Dafür wurde er prompt von Christian Schlüter in der Frankfurter Rundschau gelobt, der nach dem Kongress von der Breitbandigkeit (um nicht zu sagen Beliebigkeit) soziologischer Forschung etwas benebelt zu sein scheint und den Vortrag als positives Beispiel für einen Untersuchungsgegenstand mit gewisser Relevanz anführt.

Kalthoff betrachtet moderne Gesellschaften nicht erst seit der Finanzkrise als so genannte “accounting societies, in denen die Berechnung einer Vielzahl sozialer Phänomene und die Rationalität des Berechnens zu Wesensmerkmalen geworden sind.” Nach einem Blick in einen aus dem Jahr 2007 stammenden Vortrag Kalthoffs, aus dem hier zitiert wird, scheint mir für ihn die Frage grundlegend zu sein, ob mathematisch basierte Kalkulationen lediglich die Wirklichkeit abbilden oder an derselben doch tüchtig mitwerkeln. Tendiert man mit Kalthoff zu letzterem, tut sich ein sehr interessanter (hier stark verkürzt wiedergegebener) Forschungsansatz auf:

Eine Soziologie ökonomischer Kalkulation untersucht die Konstruktion und Konstitution ökonomischer Objekte und Handlungen im operativen Geschäft der Marktakteure durch die soziale und technische Verwendung von mathematischer Schrift (z.B. Formeln und Zahlzeichen) und von Darstellungsformaten (z.B. Charts und Tabellen). (…)

Der mathematische Realismus innerhalb der Soziologie geht davon aus, dass die Techniken der (ökonomischen) Kalkulation ihrem Wesen nach neutral und realitätsgetreu sind; messtheoretisch gesehen bleibt in diesem Modell der Gegenstand der Messung von der Durchführung der Messung unberührt. Dies impliziert, dass die erzeugten Zahlenwerke nicht als sozial oder theoretisch induzierte, sondern als technisch erzeugte Produkte gelten.

Ich nehme dagegen an, dass die schriftlichen Verfahren mathematischer Operationen die Gegenstände der Ökonomie hervorbringen (wie etwa den Cashflow oder den Gewinn oder das Risiko). Eine solche Soziologie der Kalkulation impliziert, die ontologische Vorrangstellung der ökonomischen Objektwelt aufzugeben, so als würde diese nur gezählt, kategorisiert und dann lediglich durch Formeln neu geordnet.

Das heißt zum Beispiel: Die externe Welt der Märkte fließt in die kalkulativen Praktiken der Bank- und Finanzwirtschaft ein, wird dort übersetzt und neu geordnet und wirkt als so rekonfigurierter Sachverhalt auf das ökonomische Geschehen, das es darstellt und kalkuliert, zurück.

Tanzeinlage XXX

Normalerweise hätte ich dieses Video wohl nicht als Tanzeinlage gepostet, weil es ein wenig pittoresk ist und ja schon seit einigen Jahren ältere Herrschaften aus Kuba mainstreamkommerzmäßig auf Bühnen gestellt werden. Alter Hut eigentlich.

Aber die Jolly Boys haben vor kurzem in Hamburg gespielt, habe ich mir sagen lassen - und groovten dem Vernehmen nach ordentlich rum. (Außerdem gibt es die Jolly Boys schon um die 60 Jahre, der buena vista social club kam Dekaden später.)

Ameisen, Evolution, Meme und Sarrazin

The sudden switch from a belief in Nurture, in the form of social conditioning, to Nature, in the form of genetics and brain physiology, is the great intellectual event, to borrow Nietzsche´s term, of the late twentieth century.

Tom Wolfe

Mit einem Haufen Bücher und zurechtgelegter Zitate hat sich Thilo Sarrazin für das Interview gewappnet, das FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher mit ihm geführt hat. Thema war selbstverständlich “Deutschland schafft sich ab” - das Buch, das Sarrazin letztendlich den Ruf eines braunen Biologistikers eingebracht hat.

Im Interview möchte Sarrazin offenbar mit einem Verweis- und Zitationsgewitter Schirrmacher (”Ihr Buch ist auch ein Bildungsroman.”) seine weltanschauliche Redlichkeit belegen und sagt:

Biologismus meint, dass Soziales auf Biologisches oder meinetwegen Genetisches reduziert wird. Das lehne ich ab. Mich interessiert das Zusammenspiel von „Nature“ und „Nurture“, von Angeborenem und Umweltfaktoren.

Und das Interesse für dieses “Zusammenspiel” zwischen Nature und Nurture sei ein Buch des “berühmten amerikanischen Naturforschers und Soziobiologen Edward O. Wilson” gewesen.

Edward O. Wilson? Der Ameisenforscher? Da war doch etwas. Richtig: ein Essay Tom Wolfes (”Digibabble, Fairy Dust, and the Human Anthill”), in der er die Entwicklungsgeschichte der kalifornischen Silicon-Valley-Ideologie nachzeichnet. Und in dieser Geschichte spielt Wilson keine unbedeutende Rolle.

(Nicht dass mich hier jemand falsch versteht: Es geht jetzt nicht darum zu behaupten, dass Netzaktivisten auch nicht besser als Sarrazin und seine Gesinnungsgenossen seien. Zumal die Sicht Tom Wolfes deutlich von humanistischen Idealen geprägt ist und er Biologismen egal welcher Art und Qualität ablehnend gegenübersteht. Aber es ist schon interessant, wie Wolfe die kalifornische Silicon-Valley-Ideologie erklärt, indem er Elemente des Katholizismus (Das Konzept der Konvergenz beispielweise habe seinen Ursprung im katholischen Gottvertrauen, das auf die beiden “ardent Roman Catholists” Pierre Teilhard de Chardin und Marschall McLuhan zurückgehe), der Neurowissenschaften und des Fundamentaldarwinismus, der im späten 20. Jahrundert sein großes Comeback nach Marx und Freud gehabt habe, verknüpft und behauptet, diese Elemente seien die geistigen Grundlagen der beschriebenen Bewegung.)

Worüber Wilson schrieb, wie seine Thesen aufgenommen wurden und das mit Richard Dawkins und seinen Biometaphern par Excellence, den Memen, zusammenhängt, beschreibt Wolfe folgendermaßen:

In 1971 Wilson began publishing the now-famous sociobiology trilogy. Volume I, The Insect Societies, was a grand picture of the complex social structure of insect colonies in general, starring the ants, of course. (…)

The Insect Societies had been merely the groundwork. In 1975 he published the central thesis itself: Sociobiology. The New Synthesis. Not, as everyone in the world of biology noticed, A new synthesis, but The new synthesis. The with a capital T.
In the book´s final chapter, the now famous Chapter 27, he announced the man and all of man´s works the product of deep pattern running throughout the story of evolution, from ants one-tenth of an inch long to the species Homo Sapiens. Among Homo Sapiens, the division of roles and work assigments between men and women, the division of labour between the rulers and the ruled, between the great pioneers and the lifelong drudges, could not be explained by such superficial, external approaches as history, economics, sociology, or anthropology. Only sociobiology, firmly grounded in genetics and the Darwinian theory of evolution, could do the job. (…)

His smashing success revived Darwinism in a big way. Sociobiology had presented evolution as the ultimate theory, the convergence of all knowledge. (…)

Darwin´s theory provided a wonderfully elegant story of how the human beast evolved from a single cell in the primordial ooze and became the fittest beast on earth - but offered precious little to account for what (…) came next. Religions, ideologies, scholarly disciplines, aesthetic experiences such as art, music, literature, and the movies, technological wonders (…), not to mention the ability to create words and grammars and record such extraordinary accomplishments (…).

In 1976, a year after Wilson had lit up the sky with Sociobiology: The New Synthesis, a British zoologist and Darwinian fundamentalist, Richard Dawkins, published a book called The Selfish Gene in which he announced the discovery of memes. Memes were viruses in the form of ideas, slogans, tunes, styles, images, doctrines, anything with sufficient attractiveness or catchiness to infect the brain - ‘infect’, like ‘virus’, became part of the subject´s earnest, wannabe-scientific terminology - after which they operated like genes, passing along what had been natively thought of as the creations of culture.
Dawkin´s memes definitely infected the fundamentalists, in any event. (…)

Dawkins has many defout followers precisely because his memes are seen as the missing link in Darwinism as a theory (…).

There turns out to be a serious problem with memes, however. They don´t exist. A neurophysiologist can use the most powerful and sophisticated brain imaging now available - and still not find a meme. The Darwinian fundamentalists (…) will explain that memes operate in a way analogous to genes, i.e., through natural selection and survival of the fittest memes. But in science, unfortunately, ‘analogous to’ just won´t do. The tribal hula is analogous to the waving of a wheat field in the wind before the rain, too. Here the explanatory gap becomes enormous.

Der Essay befindet sich übrigens in der Essay- und Kurzgeschichten-Sammlung “Hooking up“.

Kunst des Handels

Enterprise 2.0 ist eigentlich nichts anderes als die Rückkehr zu den alten Tugenden, die die Kunst des Handels hochhalten - die Reinstallation persönlicher Vertrauensverhältnisse nach dem “risikobehaftetem Fehler der Industrialisierung sozialer Beziehungen”, sagte Social-Business-Berater Lee Bryant auf den Petersberger Tagen, die übrigens von einem Social-Business-Berater-Unternehmen “gepowert” werden.

Das ist schon eine bemerkenswerte Aussage für einen Social-Berater; es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass - ob es jetzt beispielsweise im Großen um die Finanzkrise oder im Kleinen um die Eröffnung eines schnöden Tagesgeldkontos geht - anonyme Kennzahlen und Eckdaten allein gewachsene, vertrauensbasierte Beziehungen nicht ersetzen können. (Es ist immer leichter “Nein” zu klicken als es jemanden ins Gesicht zu sagen; oder zumindest ins Ohr, was einige potenzielle Telefonatabschaffer ja abstreiten.)

Interessant an Bryants Vortrag ist auch, dass er den Anwesenden die Vorteile von Enterprise 2.0 nahe bringt, indem er auf die Nachteile traditioneller (Groß-)Unternehmen hinweist, zum Beispiel mangelndes Tempo, strukturelle Innovationsfeindlichkeit oder Prozessfetischismus.

Nur bei den Beispielen aus der Praxis, im zweiten Teil des Vortrags, wird man den Eindruck nicht los, das alles schon einmal gehört zu haben. Der erste Teil aber, mit der Erläuterung des Wesens von Enterprise 2.0 und der Einstreuung historischer Handelsreminiszenzen, ist durchaus sehenswert.

Tanzeinlage XXIX

Ist aber erst ab 18.

httpv://www.youtube.com/watch?v=W0Mgabs4E9g&has_verified=1

Tipp von Clint Lukas

blogoscoop