Monatsarchiv für Januar 2011

 
 

Auf der Straße

Es stimmt schon: Internet und soziale Netzwerke sind den Demonstranten in Ägypten eine wichtige Kommunikationshilfe. Kaum ein Hintergrundbericht der Presse und auch nicht die jüngste Rede des US-Präsidenten kommt ohne einen solchen Hinweis aus. Und die Machthaber in Kairo haben das Internet (und die Mobiltelefone) sicherlich auch nicht abgeschaltet, um Strom zu sparen.

Die Proteste zeigen aber vor allem, dass die Menschen auf die Straße gehen und etwas riskieren müssen, wenn sie etwas erreichen wollen - im Zweifel sogar ihr Leben. Insofern ist es auch eine Frage des Anstands, wie man einerseits den menschlichen und andererseits den technologischen Anteil an den Protestbewegungen bewertet bzw. ob man beide gegeneinander ausspielt.

In den kommenden Tagen und Wochen dürften wir jedenfalls wieder häufiger hören, wie unfassbar performativ das Internet doch ist (so wie Medientheoretiker Peter Weibel neulich in der taz in anderem Zusammenhang (Stuttgart 21 und Wutbürgertum) gesagt hat).

Performativ meint vereinfachend gesagt, dass es nicht auf die Äußerung, sondern auf den eigentlichen Vollzug einer Handlung ankommt. Dass man tut, was man sagt. Wie kann also jemand auf den Gedanken kommen, dass “das Internet” an sich “performativ” sein könnte? It´s the human being, stupid ist deshalb so ein Satz, den sich Social-Media-Enthusiasten wie Jeff Jarvis von mir aus gerne hinter die Ohren schreiben dürfen.

(Oh, gerade sehe ich, dass Robin Meyer-Lucht auch zu diesem Thema etwas gepostet hat und klaue mir von ihm den Hinweis auf das Zitat von Mathew Ingram:)

In the end, the real weapon is the power of networked communication itself. In previous revolutions it was the fax, or the pamphlet, or the cellphone — now it is SMS and Twitter and Facebook. Obviously none of these things cause revolutions, but to ignore or downplay their growing importance is also a mistake.

Tanzeinlage XXXV

(Das ist die Rekonstruktion eines Blogposts vom 26.01.11, den ich versehentlich gelöscht habe.) Koreanische Eiswerbung der schrägen Sorte.

(gesehen beim Schockwellenreiter)

Blogkrise? Welche Blogkrise?

Das Internet hat den Hang zur Schlagzeile und spuckt eine Aufregung nach der anderen aus. Im digitalen Strom der frei flottierenden Infohäppchen ist es ansonsten schwer, das zu erreichen, was alle wollen: Aufmerksamkeit erheischen. Wenn es beispielsweise irgendwo Probleme gibt, wird je nachdem eigentlich nur noch zwischen Krise und Tod unterschieden: Der Tod der RSS-Technologie, des Papiers und des Telefonats. Die Krise der Verlage, des Journalismus - und seit Neustem mal wieder der Blogs.

Die Krise der Blogs verschärft sich demnach: Carta stellt sich neu auf, Basic Thinking schrumpft zur One-Man-Show, der Perlentaucher bittet um Unterstützung, Rivva krepelt vor sich hin etc. etc. Es wird schon deutlich, dass sich die meisten hoch geschätzten und ebenso bewerteten Unternehmungen in der Blogosphäre schwer tun, auf eine Nutzerzahl zu kommen, die werbewirtschaftlich interessant ist. Ebenso schwierig scheint es zu sein, fremdes Geld aufzutreiben oder Ressourcen über Kooperationen ins Boot zu holen, sofern man seine eigene “Marke” behalten will.

Das ist also gemeint, wenn von der Krise der Blogs die Rede ist: die Anpassung der wirtschaftlichen Blütenträume an die ökonomische Realität. Insofern ist es wirklich treffender, von Problemen der Blogs zu sprechen, die mit ihrer Bloggerei kommerzielle Interessen verfolgen. (Und seitdem Blogs “nicht mehr die dominierenden Verbreitungsstellen im digitalen Umfeld” (Robert Basic) sind, sondern Facebook und Twitter, glaubt auch niemand mehr so recht daran, dass sich der große Erfolg für einzelne Weblogs noch einstellen wird.)

Auf der anderen Seite integrieren die so genannten Holzmedien die Weblogs gerade in ihre inhaltlichen Konzepte und holen sich Blogger ins Haus: Die FAZ mit Zugpferd Don Alphonso macht das schon länger, und der Spiegel hat gerade damit angefangen. Die Zeit und der Freitag werden regelmäßig für ihre gute Communitypflege gelobt etc. etc. Unter dem Strich haben inzwischen zumindest alle überregionalen Blätter so etwas wie eine Bloggersparte auf ihren Internetseiten eingerichtet, deren populärste Vertreter dann sogar ab und an auf bedrucktem Papier erscheinen.

Insofern könnte man sogar statt von einer Krise von der Institutionalisierung der Weblogs sprechen: Die Verlage verwursten sie gerade zu digitalen Kolumnen im Rahmen ihrer Contentangebote und rücken sie so ein Stück näher an den journalistischen Mainstream heran. (Dass dies nicht der plötzlich entdeckten Liebe zu einer neuen Stilgattung zu verdanken ist, zeigt das Beispiel The Atlantic: Das US-amerikanische Magazin verdient seit Ewigkeiten wieder Geld. 40 Prozent der Werbeeinnahmen kamen vor allem dank steigender Klickzahlen im Netz zustande; und für die Klicks sorgt vornehmlich Alphablogger Andrew Sullivan, der rund 1,2 von den insgesamt 4,8 Millionen monatlichen Besuchern (unique visitors) ranholt.)

Zwei wichtige Punkte fallen bei dem ganzen Krisengeraune ohnehin unter den Tisch: Die Bloggerei eignet sich offensichtlich ohnehin besser als Marketingtool und funktioniert eher als indirekte Einnahmequelle (Thomas Strobl dürfte weniger Bücher verkaufen, wenn er sein gut gehendes Wirtschaftsblog weissgarnix nicht hätte.)

Und die große Masse der Blogger hatte ohnehin nie vor, allein mit der Internetschwurbelei Geld zu verdienen - Krise hin oder her. Zuletzt hat das zum Beispiel Antje Schrupp sehr hübsch beschrieben. (”Mein Bloggen richtet sich nicht in erster Linie an ein Publikum (wobei ich mich über Publikum natürlich gleichwohl freue), sondern ist klammheimlich zu meinem persönlichen Gedanken-Festhalt-Medium geworden.”)

Runter von den Ego-Inseln

Don Dahlmann hat aus gegebenem Anlass (Euroweb vs. Nerdcore bzw. Niggemeier vs. ehemaliger Bild-Mitarbeiter) zum Thema Internet und Vergessen das ausgeführt, was Cliff Gerrish in einem anderen Zusammenhang vor einigen Monaten schon einmal ähnlich formulierte:

Wenn wir sagen, dass das Web nicht vergisst, meinen wir, dass etwas in einer Datenbank gespeichert wurde; sofern es kein technisches Problem gibt, kann es über Suchanfragen wieder aufgefunden werden. (…) Das Problem (…) ist kein technologisches, sondern eines der Menschlichkeit und des menschlichen Urteils. Die Frage, wie wir einander behandeln, ist fundamental und begleitet uns von Anbeginn an.

Sprich: Wir haben es hier mit keinem technologischen, sondern mit einem kulturellen Problem zu tun. So schreibt Dahlmann:

Es geht mir nicht um das Vernichten von Information, aber um das gnädige Vergessen. Das Internet speichert nur die Information, es wertet sie nicht. Das Rechtssystem und vor allem aber wir selber müssen vermutlich lernen, dass die Schönheit des ewigen Gedächtnis eben auch nur dann vollkommen ist, wenn das verwischen, verschwimmen und vergessen von uns kommt.

Mag sein, dass uns dieses Thema schon immer beschäftigt hat, wie Gerrish betont. Dahlmann weist aber zurecht darauf hin, dass die Tendenz des Internets, uns das kultivierte Vergessen zu erschweren, einen ungesunden Ego-Shooting-Effekt verursacht.

Seine Medizin: an der Fähigkeit zur Selbstkritik arbeiten.

Das “Nicht-Vergessen” des Internets führt auch dazu, dass wir uns immer mehr auf verhärtete Positionen zurück ziehen, um unseren Standpunkt und das, was wir vertreten, nicht nach außen aufzuweichen. Im Grunde schwimmen wir auf Ego-Inseln, die wir uns mit unseren Ansichten und Argumenten selbst gebaut haben und wir verteidigen ihre Grenzen, sobald wir angegriffen werden oder es darum geht, eine argumentative Kehrtwendung zu machen. (…) Und vielleicht hilft es dabei, wenn man den eigenen Egoismus und moralischen Ansprüche von Zeit zur Zeit überprüft. Die Gefahr ist groß, dass man schnell selber zum Opfer seiner eigenen Ansprüche wird.

Flucht ins Elementare

Im Bereich der natürlichen Ressourcen wie auch des Klimawandels stehen wir vor einer physischen Krise, die weitgehend von uns Menschen gemacht ist. (…) Wenn wir diese physische Krise überwinden wollen, müssen wir andere Dinge herstellen als bisher und sie auf andere Weise nutzen. (…) Wir werden gute Umwelthandwerker werden müssen.

Heute verwenden wir den Ausdruck “Nachhaltigkeit” zur Kennzeichnung eines solchen handwerklichen Könnens, und der Begriff trägt einiges im Gepäck. “Nachhaltigkeit” meint (…): die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen uns und den Ressourcen der Erde, ein Bild des Ausgleichs und der Versöhnung. Doch meines Erachtens ist dies eine unangemessene Sicht und unzureichende Sicht des Umwelthandwerks. Wenn wir sowohl die Produktionsverfahren als auch die Nutzungsweisen verändern wollen, bedarf es einer radikaleren Selbstkritik.

(Richard Sennett: Handwerk)

Nachdem ich über Weihnachten Franzens Freiheit gelesen und mit Sennetts Handwerk angefangen habe, würde ich sagen, dass die beiden (der eine als Schriftsteller, der andere als Soziologe) über das selbe Problem schreiben: Innerhalb “des Systems” nach den Regel einer teilweise selbst, teilweise politisch verordneten Nachhaltigkeit zu leben, reicht nicht aus. Es gibt vielleicht doch kein richtiges Leben im falschen.

Franzen beschreibt ausführlist die emotionale Selbstzerfleischung einer Familie, und entlarvt so die ganzen hehren Ideale, nach denen gelebt wird, als wesentlich schwächer im Vergleich zu ganz konkreten lebensweltlichen Prägungen. Sennett sieht sein Handwerkwerk als Teil einer dreiteiligen Reihe, in der er die materielle Kultur rehabilitieren will. Nicht um der sozialen Normen oder ökonomischen Vorgaben willen sollen die Sachen betrachtet werden, sondern aufgrund ihrer Selbst.

Schon bemerkenswert: Zwei exponierte US-Intellektuelle beschreiben die Identitätskrise des Bildungsbürgertums als Flucht ins Elementare (Familie, Natur, Materie). Die Schlüsse, die beide daraus ziehen, sind allerdings gegensätzlich: Franzen arrangiert sich und feiert am Schluss sogar ein kleines Happy End mit pessimistischen Timbre. Sennett hingegen will sich damit nicht abfinden:

Die erforderlichen Veränderungen im Umgang der Menschheit mit der physischen Welt sind so gewaltig, dass nur (…) ein Gefühl der Entwurzelung und Entfremdung unsere heutige Praxis zu verändern und unsere Konsumwünsche einzuschränken vermag. Der Traum, in Frieden und Gleichgewicht mit der Welt zu leben, verleitet uns meines Erachtens, den Ausweg in einer Idealisierung der Natur zu suchen, statt uns der von uns selbst herbeigeführten Selbstzerstörung zu stellen.

10

Es ist schon possierlich, wie die Wikipedia zu ihrem 10. Geburtstag Applaus von allen Seiten erhält. Die Blogosphäre gratuliert artig, und die Printmedien bzw. deren Internet-Ableger verneigen sich vor der Online-Enzyklopädie - allen voran die Zeit, die die Wirkung Wikipedias allein “mit der von Denis Diderots Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers aus dem Jahr 1751” vergleichen mag.

Wikipedia ist purer user generated content at its best, zudem gemeinnützig, werbefrei und sammelt noch nicht einmal private Daten ihrer Nutzer ein - da rümpft zum Jubeltage niemand freiwillig die Nase über inhaltliche Fehler und mäandernde Flachheiten oder Edit-Wars auf EU-Bürokratenniveau. (Ansonsten wird ihr das aber gerne und oft aufs Butterbrot geschmiert.)

Der Erfolg Wikipedias ist einem fragilem Gleichgewicht aus Autonomie (der Freiheit, mitzutun, wenn man denn möchte) und Autorität (den Kontrollfunktionen, die die Qualität des Mitgetanen sichern sollen) entsprungen. Matthias Schwenk sieht deshalb folgerichtig in kommendem Wachstum eine der wichtigen Herausforderungen:

Die Wikipedia müsste sich dann in ihrem organisatorischen Konzept verändern und damit einmal mehr eine Vorreiterrolle einnehmen: An ihr läge es, die Struktur einer einerseits sehr großen, andererseits aber auch prinzipiell offenen, transparenten und weitestgehend hierarchiefreien Organisation so zu gestalten, dass diese funktionstüchtig und produktiv bleiben kann, anstatt sich in internen Auseinandersetzungen aufzureiben.

Empirie-Faustformeln für große Datenmengen

Bisweilen werden empirische Faustformeln (”stylized facts”), die helfen, Musterbildungen in großen Datenmengen (”big data”) zu erkennen, bereits als viertes Paradigma der Wissenschaften geadelt - neben der Theorie, dem Experiment und der Simulation. Gleichzeitig wird aber auch darauf verwiesen, dass die empirische Faustformel nur unter bestimmten Voraussetzungen wie die ebensolche aufs Auge passt.

Es reiche zum Beispiel nicht, menschliches Verhalten in sozialen und ökonomischen Systemen zu beobachten; man müsse sich schon die Mühe machen zu berücksichtigen, unter welchen Umständen das beobachtete Verhalten zustande gekommen sei, so die Argumentation. Anders gesagt: Empirische Faustformeln sind ganz schön fehlerträchtig. Einer der bekanntesten ihrer Bugs ist bekanntlich die Verwechselung von Kausalität und Korrelation.

Dirk Helbing und Stefano Balietti haben im vergangenen Dezember in einem White Paper der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, das wissenschaftliches Data Mining promotet, die neun bekanntesten und anerkanntesten Empirie-Faustformeln aufgelistet (pdf):

Mooresches Gesetz: Zahl der Transistoren von integrierten Schaltungen verdoppelt sich alle 18 Monate.

Fisher-Gleichung: Nominalzins entspricht in etwa der Summe von Realzins und erwarteter Inflationsrate.

fat tail: Modell für Verteilungswahrscheinlichkeiten in Finanzwesen und Ökonomie.

Matthäus-Effekt: “Denn wer da hat, dem wird gegeben.”

Dunbars Nummer: Zahl der Menschen, mit denen man stabile soziale Beziehungen zu pflegen in der Lage ist (150).

Paretoprinzip: 80 Prozent der Ergebnisse werden in 20 Prozent der Gesamtzeit eines Projekts erreicht; die verbleibenden 20 Prozent verursachen die meiste Arbeit.

Zipfsches Gesetz: Modell, mit dessen Hilfe man bei bestimmten Größen, die in eine Rangfolge gebracht werden, deren Wert aus ihrem Rang abschätzen kann.

Gravitätsgesetz: Abgewandeltes Gesetz Newtons zur Vorhersage von Migrationsbewegungen und daraus resultierenden Informations- und Handelsströmen.

Goodharts Gesetz: Sobald ein Sozial- oder Wirtschaftsindikator als Ziel definiert wird, um Kontrolle auszuüben, verliert dieses Maß den Informationsgehalt, der für diese Rolle notwendig wäre.

Machen wir uns nichts vor XXVII

let’s get rid of the computers and the internet, (…) pick up some girls and beer, drink the beer and have a primitive wild PARTY…

Quelle: Blues Trash Church/Reverend Beat-Man

#postdemokratie

Der Begriff Postdemokratie ist in meinen Augen nicht nur dämlich, sondern am Kern der Sache vorbei gememt und, ja, auch gefährlich. Denn die Vorsilbe “post” bezeichnet nun einmal einen Zustand nach einem anderen - und dafür ist mir die Demokratie dann doch zu wichtig, um sie begrifflich so zu verharmlosen, als ob ihre Überwindung ähnlich wohltuende Gefühle auslösen könnte wie postkoitale Zigaretten oder so.

Es geht nicht um das Ende, sondern vielmehr um die Krise der (repräsentativen) Demokratie:

So zeichnet sich laut dem gleichnamigem Buch von Colin Crouch (ein britischer Politikwissenschaftler und Soziologe) ein postdemokratisches Regime durch folgende Struktur aus: Die Institutionen der parlamentarischen Demokratie – periodische Wahlen, Wahlkämpfe, Parteienkonkurrenz, Gewaltenteilung – sind auf der einen Seite formal gesehen völlig intakt (…). Doch auf der anderen Seite stimmt die dahinter stehende Figur der Legitimation politischen Handelns durch die Partizipation des Volkes nicht mehr mit den realen Gegebenheiten überein.

(…) Die meisten Bürger spielten [Crouch zufolge] lediglich eine passive, stille, bisweilen gar apathische Rolle, unfähig zur eigenen Gestaltung der politischen Auseinandersetzung. Im Rücken dieser Inszenierung des „Wahlspiels“ fände der tatsächliche politische Prozess statt und zwar in Form einer privatisierten Interaktion zwischen gewählten Regierungen und Eliten, die größtenteils die Interessen wirtschaftlich starker Akteure vertreten würden.
(Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung (pdf))

Stefan Münz hat einen interessanten Blogpost ins Netz gestellt, in dem er sich die Frage stellt, warum die so genannte Netzavantgarde nicht (oder vielmehr wenig, wie er in den Kommentaren eines Besseren belehrt wird) über Postdemokratie diskutiert. Die angeführten Gründe und die Schlussfolgerung, dass wissenschaftliche und netzbasierte Diskurse voneinander profitieren könnten, klingen plausibel:

Das Netz wird (…) als die neue Realität in der Gesellschaft begriffen, die herkömmliche Grenzen und Hoheiten wie ein Fluidum umspült. Die repräsentative Demokratie passt nicht mehr zu dieser Gesellschaft. Passend kann nur eine netzbasierte, digitale und elektronische, alle interessierten Bürger direkt einbeziehende Demokratieform sein. Deshalb wird im Netz häufiger über Liquid Democracy als über Postdemokratie diskutiert. (…)

Durch die Verknüpfung von Postdemokratie-Debatte und netztypischer Liquid-Democracy-Debatte würde eine neue Diskursqualität entstehen. Denn die Postdemokratie-Debatte wird vor allem von Soziologen, Politikwissenschaftlern und Historikern geführt. Diese Debatte erschöpft sich nicht darin, inwieweit digitale, elektronische Verfahrensweisen die demokratische Willensbildung erneuern könnten. Doch sie leidet im Gegensatz zur Liquid-Democracy-Debatte vielleicht ein wenig an akademischer Schwere und fehlenden, aber nötigen Visionen.

Tanzeinlage XXXIV

Wenn ich das richtig sehe, hat meine Vorliebe für Tanzeinlagen eine Menge mit Boney-M-TV-Auftritten und besonders mit Bobby Farrell zu tun.

Bobby Farrell (1949 - 2010) R.I.P.

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