Monatsarchiv für April 2013

 
 

tacit alliance

Für den US-amerikanischen Science Fiction-Autor Bruce Sterling ist der Hacker Space das Gehirn und Nervensystem des Austeritätsprogramms der sich formierenden globalen Netzwerkgesellschaft:

in the start up world you work hard and you move fast in order to make other people rich. other people, not you. you are a smart elite of very smart young people who are working very hard for an even smaller elite of mostly baby boomer financiers

so they can buy national governments, shut the governments down, destroy the middle class and the nation state

you are part of a tacit alliance between the hacker space and offshored money

(Vortrag auf der SinnerSchrader-Veranstaltung für die europäische Digitalökonomie, der so genannten Next. Gefunden via Siggi Becker.)

Wurst, Lutscher und prätentiöser Scheißer

Edit: Ach nein, das will ich doch gar nicht.

mein fremd sein ist mir wohl vertraut

Mein fremd sein ist mir wohl vertraut. Ich kenne dieses Gefühl so gut, weil es mich schon immer begleitet hat. Das hat unterschiedliche Gründe: Einer davon ist, dass ich in den 1970er und 1980er Jahren auf dem Dorf aufgewachsen bin - zumal in einem Milieu, das auf der damaligen Höhe der Zeit des Mainstreams noch lange nicht angekommen war. In der guten Stube meiner Großeltern saßen zu den Geburtstagen die alten Bauern, tranken Fürst Bismarck oder Hardenberg, aßen Bienenstich und konnten dem Kaiserreich noch eine ganze Menge abgewinnen. Wer lange Haare hatte, war suspekt und “hasch-verdächtig”, und die 68er sind dort von einigen wenigen Lehrern abgesehen bis heute nicht angekommen.

Großstädtisches Leben fühlt sich für mich deshalb bis heute irgendwie komisch an. Ebenso das Landleben, da ich es seit vielen Jahren nicht mehr lebe.

Ein anderer Grund ist, dass ich aus einer Familie stamme, deren Mitglieder immer nur einen von vier möglichen Berufen ergriffen haben: Landwirt, Gastwirt, Hausfrau oder Dorfschullehrer. Von den Dorfschullehrern habe ich keinen mehr kennen lernen dürfen, und deshalb war es etwas Besonderes, Abitur zu machen, geschweige denn zu studieren. Und so blieb mir der akademische Betrieb bis zum Ende meines Studiums immer fremd, die Diskussionen zu abgehoben und die großen Bibliotheken zu anonym.

Das hat erst das Internet geändert, das für mich vor allem eine große Bibliothek mit sozialem Anschluss ist. Namentlich im Web ZwoPunktNull interessiert es erst einmal (fast) niemanden, welchen Status man besitzt. Man findet immer jemanden, der sich gerade mit der gleichen Frage beschäftigt und einem weiterhelfen kann: Im Vergleich zu den Staatsbibliotheken ist das Internet deshalb der sozialere Ort. (Wobei dafür die Bibliotheken natürlich nichts können, weil sie darauf ja gar nicht angelegt sind. Ich würde mich sofort für die nächsten Jahre in eine Bibliothek setzen, um noch einmal zu studieren, wenn ich denn könnte.)

Was ich bis heute verabscheue, sind Leute, die meinen, dass sie aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Bildung auf andere herunterschauen können. Glauben, etwas Besseres zu sein. Leute, die nicht in der Lage sind, mit stinknormalen Leuten ein halbwegs vernünftiges Gespräch auf Augenhöhe zu führen.

Ich hab meinem fremd sein also eine Menge zu verdanken.

Machen wir uns nichts vor XLIV

There was a time when it was meaningful thing to say that you’re a blogger. It was distinctive. Now being introduced as a blogger is a little bit like being introduced as an emailer.

Anil Dash während eines Vortrags im Berkman Center for Internet and Society über den Bedeutungswandel des Bloggens von cool zu uncool.

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