Abgeschwabt

Nachrichten aus der Berliner Blase: Ich persönlich finde es ja durchaus lustig, dass in den Stadtteilen Mitte und besonders Prenzlauer Berg der Begriff “Schwabe” seit einigen Jahren die (nicht unbedingt aus dem Ländle stammenden) Zäpfchen bezeichnet, die mit Papis Unterkonto in die Stadt einreiten, in schicken Kneipen Tannenzäpfle trinken, glauben, sie seien die Größten, und sich als Zugezogene retrocool im Mauerpark hinstellen und die Nase rümpfen, wenn es türkische Familien aus dem Wedding wagen, Ihre Grillinfrastrukturen auf dem grauen Grün aufzubauen.

Neid muss man sich erarbeiten, pflegen dann des öfteren die humorlosen unter den schwäbischen Migranten zu grummeln und damit auf die sprichwörtliche Geschäftstüchtigkeit der alemannischen Stammesgenossen hinzuweisen.

Sie ahnen gar nicht, wie recht sie damit haben: Neulich hatte ich mal wieder Gelegenheit, einem polnisch-sprachigen Telefonat zu lauschen. Und da meinte einer der Gesprächspartner, der in Kleinpolen Ferienhäuser an Deutsche vermietet, er habe keine Lust mehr, sich von seinen Gästen ständig “abschwaben” zu lassen - um das verb “szwabic´” wortwörtlich zu übersetzen (wobei abschwaben im Österreichischen “abspülen” bedeuten soll).

“Szwabic´” bzw. “oszwabic´” steht im Polnischen tatsächlich für “betrügen” bzw. “hintergehen” - wirklich erstaunlich.


 
 
 

2 Kommentare zu “Abgeschwabt”

  1. BenZol
    4. März 2010 um 14:45

    http://www.flickr.com/photos/the-exit/425759856/

    Heute sind unsere Bürger, unsere Lebensweise, ja, unsere Freiheit mit einer Serie von mutwilligen und schwäbischen Anschlägen attackiert worden. Es gab Opfer vor Dönerbuden und an Gemüseständen: “Kopftuchmädchen” (T.Sarrazin) und Geschäftsleute, Mitarbeiter des (afghanischen) Militärs und der Bundesbehörden, Mütter und Väter, Freunde und Nachbarn. Tausende Menschenleben wurden plötzlich abgeschwabt von bösen, niederträchtigen Prenzelwichsern. Heute Abend bitte ich Sie darum, zu beten für alle, die trauern, für die Kinder, deren Welt erschüttert wurde, für alle, die sich jetzt in ihrer Sicherheit und Geborgenheit bedroht fühlen.

    God bless the Wedding!

  2. Thorstena » Stuttgart 21
    29. August 2010 um 00:20

    [...] Schwaben wieder. Dieses Mal protestieren sie - das hätte man ihnen gar nicht [...]

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