Machen wir uns nichts vor XXXII

Behauptung:

Einmal in Kommunikation verstrickt, kommt man nie wieder ins Paradies der einfachen Seelen zurück.

Beispiel:

Aufrichtigkeit ist inkommunikabel, weil sie durch Kommunikation unaufrichtig wird.

Begründung:

Man kann gleichwohl nicht sagen, daß man meint, was man sagt. Man kann es zwar sprachlich ausführen, aber die Beteuerung weckt Zweifel, wirkt also gegen die Absicht. Außerdem müßte man dabei voraussetzen, daß man auch sagen könnte, daß man nicht meint, was man sagt. Wenn man aber dies sagt, kann der Partner nicht wissen, was man meint, wenn man sagt, daß man nicht meint, was man sagt. Er landet beim Paradox des Epimenides.

Niklas Luhmann (Soziale Systeme).


 
 
 

3 Kommentare zu “Machen wir uns nichts vor XXXII”

  1. Differentia
    19. Juni 2011 um 14:23

    Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein #spackeria #datenschutz…

  2. Das #Plagiat – ein akademisches Kulturgut. Ein Plädoyer für mehr akademische Lernbereitschaft « Differentia
    19. Juni 2011 um 14:23

    [...] Authentizität das Kapital der Wissenschaft wäre, dann könnte sie gar nicht funktionieren. Denn wer ist aufrichtig? Je dringlicher sich der Imperativ der Aufrichtigkeit durchsetzen will, umso größer wird der [...]

  3. Thorstena » Teufelskreis Aufmerksamkeitsökonomie
    15. Dezember 2013 um 21:53

    [...] (Sozusagen ein circulus vitiosus der Aufmerksamkeitsökonomie; es bleibt also dabei: einmal in Kommunikation verstrickt, kommt man nie wieder ins Paradies der einfachen Seelen zurück. [...]

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