Links (13.05.2012)

Inzwischen hat Spiegel Online die Vorträge Kathrin Passigs und Felix Schwenzels veröffentlicht, die mir beide vor allem deshalb gefallen haben, weil sowohl Kathrin Passig als auch Felix Schwenzel sich für eines noch mehr interessieren als für Internet und Technologie: für den Menschen dahinter (auch wenn das jetzt etwas pathetisch klingt).

Kai Biermann stellt das Handbuch für Datenjournalismus vor, an dem auch sein Brötchengeber, die Zeit, mitgearbeitet hat. Dass das Thema auf jeden Fall noch erklärungsbedürftig und auch umstritten ist, zeigt zum Beispiel dieser Text Randy Rolands, der sich über die Big-Data-Perspektiven der US-amerikanischen Wirtschaft Gedanken macht, einige interessante Projekte nennt und unter anderem auch den big-data-kritischen Marketingprofessor Peter Fader zitiert (siehe auch das komplette Interview mit Fader in der technology review):

Even with infinite knowledge of past behavior, we often won’t have enough information to make meaningful predictions about the future. (…) All the data in the world will never achieve that goal for us.

(Dass man auf so etwas überhaupt hinweisen muss, puh.)

(Was Big Data mit Journalismus zu tun hat und wie Journalismus mit Big Data umgehen könnte/sollte, wird in einem Text von Liliana Bounegru (die auch twittert) ganz gut beschrieben - in a brief history of data journalism, einem Auszug aus dem oben genannten Handbuch.)

Außerdem hat sich Frank Schirrmacher in die Urheberrechtsdebatte eingeschaltet und einen Vorschlag zur Güte und für die ersten Schritte heraus aus dem Hass gemacht:

Wenn wir fordern, die Produktionsbedingungen von Kunst zu respektieren, dann müssen wir auch ihre heutigen Rezeptionsbedingungen kennen und respektieren. (…)

Als Erstes die Steuereintreiber des Pharao identifizieren, und zwar dort, wo sie nicht hinter kommerziellen Anbietern her sind. (…)

Des Weiteren Druck auf die Industrie, dass sie komfortable Plattformen zum legalen Download bereitstellt und mit ihnen zu experimentieren beginnt. (…)

Das ist auch von der anderen Seite zu erwarten, und wenn eine Bewegung Partei wird, dann wäre diese Form der Vermittlung auch ihre wichtigste Aufgabe. Was wird aus File-Sharing, wenn, wie jetzt bekannt, Facebook das File-Sharing in seine Plattform integriert? Wird dann Facebook das, was Google mit erstaunlicher Rücksichtslosigkeit jetzt schon ist: der größte Verleger der Welt? Wollen wir in einer Welt der Selbstausbeutung für multinationale Konzerne leben?


 
 
 

Ein Kommentar zu “Links (13.05.2012)”

  1. Untiefen der Revolutionsmetaphorik | Erbloggtes
    14. Mai 2012 um 00:53

    [...] Schirrmacher kommen sie ebensowenig vor wie bei seinen Kritikern und Unterstützern:[1][2][3][4][5][6][7][8][9] “Die Gründe für das illegale Herunterladen sind [...] vielfältig – Geiz, [...]

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