#Öffentlichkeit

Die Öffentlichkeit, auf die ich mich berufe, ist kein Subjekt. Da sie kein Subjekt ist, kann ich mit ihr auch nicht verhandeln. Öffentlichkeit ist ein Resonanzboden für diejenigen, die Stimmen einspeisen und reflektorisch Stimmen zurückerhalten. Das wäre meine Metapher.

Die Gretchenfrage lautet: Was wird veröffentlicht – und was bleibt geheim? Das ist die Testfrage. Was wird bei dieser Art von Öffentlichkeit nicht gesagt? Das ist das Entscheidende. Das weiß man als Historiker so wenig wie als Journalist. Die Frage ist, wie man an die Informationen herankommt, die nicht öffentlich sind …

Natürlich ist Öffentlichkeit eine Projektion derer, die sie definieren wollen. Sie wird gemacht, im Sinne der Urheberschaft seitens der Intellektuellen, das sind die Presseleute, die Professoren, Priester, alle, die heute PR betreiben, die sechs großen Ps – Professoren, Pastoren, PR-Leute, Presse, Poeten und natürlich die Politiker. Das sind die, die sagen, was die öffentliche Meinung zu sein hat.

Der theoretische Anspruch von Öffentlichkeit ist natürlich universal. De facto ist die Öffentlichkeit begrenzt durch die Fähigkeit der Sprache und durch die kulturelle Basis, von der Sprache lebt und auf die sie Bezug nimmt, und da besitzt die arabische Welt (…) sicher eine andere Art von Öffentlichkeit, so wie früher die chinesische und die japanische eine andersartige hatten und bis heute haben, oder die Inder und Pakistani. Aber der Anspruch des Öffentlichkeitsprinzips, dass nämlich alles kommunizierbar sein sollte, ein normativer Anspruch, den Habermas mit großer moralischer Emphase vorträgt, der ist natürlich universal gedacht. Nur in der Empirie ist er immer gebrochen, da hat sich noch nicht viel geändert. Es sind eben verschiedene Konfessionen, verschiedene Religionen, verschiedene Nationen, verschiedene Wirtschaftssysteme – alles mögliche Subjekte, die in der Öffentlichkeit sich artikulieren.

Wenn über Öffentlichkeit geredet wird, meint ja jeder immer irgend etwas anderes, und in den Gesprächen darüber geht alles fürchterlich durcheinander und einander vorbei, und das dürfte unter anderem daran liegen, dass es einen Unterschied macht, ob man Öffentlichkeit mit einer Erwartung auflädt und sie daran misst oder ob man vor allem guckt, was sie macht und wie sie zusammen gesetzt ist. Darauf will der Historiker Reinhart Koselleck in diesem Interview hier offensichtlich hinaus.

Tanzeinlage LXVI

Klare Ansage und formidable Tanzeinlage von Trude Herr (via Clint Lukas).

Information War

Wenn die USA bzw. “der Westen” durch die NSA-Affäre etwas verloren hat, dann ist es ein gutes Stück vom Soft Power-Kuchen: Die Leute sind misstrauisch geworden und unterstellen Propaganda bereits an den Stellen und von den Institutionen ausgehend, über die sie sich bislang gut informiert gefühlt haben.

Ein Moment der ungeschminkten Wahrheit Sachlage in einer Stellungnahme Hillary Clintons vor dem United States Senate Committee on Foreign Relations (via Michael Wald).

Tanzeinlage LXV

Armin Chodzinski meint, dass man tanzen muss, was man nicht versteht. Um “die Sedimente des Handelns” sichtbar zu machen, bewegt er sich deshalb zu Theorien und Begriffen - in diesem Fall zu dem ominösen Wörtchen “Kontrolle”.

25 Jahre World Wide Web

David Weinberger erklärt, warum die Unterscheidung zwischen Internet und Web (By analogy, the Internet is like an operating system, and the Web, Skype, and email are like applications that run on top of it) wichtig ist, und pocht darauf dass es das Web ist, das nunmehr 25 Jahre existiert. Unter Druck sieht er jedoch beide derzeit, das Internet durch die Unternehmen, die den Zugang dazu kontrollieren, und das Web durch Apps, unter anderem weil sie dem Grundgedanken des Webs der wechselseitigen Verlinkung und des Teilens zuwiderlaufen:

If we forget the Internet’s essence, we may very well end up with just another paid medium for selling us content. The Internet is in danger of becoming like cable TV because that’s the most lucrative model for the handful of companies that control the majority access to the Internet.

It’s not just the Internet that’s under threat. So is the Web. No, the Web isn’t going away. But it’s losing its dominance as the way we interact with the Internet. As we move to mobile devices, apps are becoming more and more important. Most apps run on the Internet, but they generally are not part of the Web.

Was Heinz von Foerster sagt

Heinz von Foerster sagt: “Yes”. Ich finde das unterstützenswert. Wir sollten das alle miteinander viel häufiger tun (via Michael Wald).

Saskia Sassen vs. analytische Siesta

In Washington DC sind seit 2001 insgesamt 33 Gebäudekomplexe entstanden, in denen Daten u.a. zu Überwachungszwecken gesammelt werden. Ihre Fläche entspricht 3 Pentagons oder 33 Kapitolen, sagt Saskia Sassen.

Diese Materialität des Überwachungsapparates sei erst nach Snowden greifbar geworden, während die Folgen in Gänze weiterhin unsichtbar blieben - ähnlich wie bei der Subprime-Marktkrise, die bis heute 16 Millionen Menschen weltweit das Dach über den Kopf gekostet hat, während die Massenmedien sich auf die Rettung der Banken konzentriert haben.

(Es ist eigentlich unzumutbar, auf ein einstündiges Video zu verlinken; wer nur die Stelle mit Snowden, Surveillance und Citizenship sehen möchte, kann ab Minute 52 gut einsteigen.)

Sassen hielt diesen Vortrag Mitte Februar an der Durham University in England, wo sie ihr neues Buch Expulsions - Brutality and Complexity in the Global Economy vorstellte.

Darin konzentriert sie sich ihren eigenen Worten nach auf das “konzeptionell Unsichtbare” an den “systemic edges” der globalen Netzwerkgesellschaft und wie wir es schaffen können, deren tiefer liegende Bewegungen ( “deeper trends” ) wieder ins Blickfeld bekommen.

Sie beschreibt in diesem Zusammenhand zwei global signifikante “Shifts”, die durch “gewollte Verflüssigung” zustande kämen:

- die Unklarheit ehemals eherner Begriffe und Konzepte wie Nationalstaat oder Armut, die sich untergründig veränderten und ebenso neue Tatsachen schafften

- und die kognitiv nicht nachvollziehbaren Operationen der Finance, dem großen “Kapazitätenbereitsteller”, die vor allem eines bewirkten: die “Mobilisierung des Territoriums” und der Übergang großer, ehemals privater oder staatlicher nationaler Gebiete in internationale Hände.

Ihre Frage: What does this mean today - to be a citizen?

Das Web ist eine Frontier und Los Angeles nicht Novosibirsk

Neulich hatte ich den Gedanken, mir das Web als Frontier vorzustellen - also als soziale Kontaktsituation, in der Menschen unterschiedlichster Prägung ohne gemeinsame Staats- oder Rechtsordnung aufeinandertreffen und in der die Karten um die Macht neu gemischt werden.

Frederick Jackson Turner hat das Konzept der Frontier erdacht, als er die Expansion der USA in Richtung Westen beobachtete. Für den US-Historiker begründete der Aufeinanderprall der modernen Zivilisation mit den amerikanischen Ureinwohnern den Ausgangspunkt für die Theorie, wonach die USA eine Sonderstellung innerhalb der entwickelten Industrienationen einnehmen - die Theorie des amerikanischen Exzeptionalismus mit seinem göttlichen Auftrag der Expansion.

Später wurde das Frontier-Konzept weiter entwickelt und unter anderem umgedeutet in die allgemeine Expansion des europäischen Kapitalismus in nicht-europäische Gebiete. Mit einem entscheidenden Unterschied: Schon der dritte US-Präsident Thomas Jefferson grenzte die Frontier-Bewegung auf dem nordamerikanischen Kontinent gegenüber der europäischen Aufklärung ab, da letztere auf die Entwicklung der Menschheit in der Zeit bezogen, die Frontier aber eine Entwicklung im Raum sei.

Jürgen Osterhammel beschreibt in seiner Geschichte des 19. Jahrhunderts die Frontier als Öffnung kommunikativer Räume, in der Fragen nach dem Eigentum, der Arbeitsorganisation und der Märkte neu gestellt wurden - mit dem Ziel, neue Ressourcen zu erschließen. Frontiers seien Orte gewesen, an denen ständig Unruhe herrschte und die von den imperialen Staaten in Erwartung späterer Gewinne als vorübergehende Anomalie in Kauf genommen wurden. Eine Anomalie mit einer überaus starken Anziehungskraft auf die Menschen: Neben den Städten seien die Frontiers die Wanderungsmagneten des 19. Jahrhunderts schlechthin gewesen, schreibt Osterhammel.

Im Gegensatz zu anderen Frontiers im 19. Jahrhundert sticht bei den USA nun heraus, dass am Ende der Bewegung - an der kalifornischen Pazifikküste - wirtschaftliche und gesellschaftliche Erfolge verbucht wurden, die nicht unmittelbar an der Eroberung des Raumes festzumachen sind, sondern aus eigener Kraft erreicht wurden: Kalifornien gebar Los Angeles, Russland hingegen brachte es mit seiner Frontier nur zu Novosibirsk. Die Folge: Bis heute, zuletzt in der Verbindung der Familie Bush mit den texanischen Ölmagnaten, haben es in den Vereinigten Staaten immer wieder Menschen an die Spitze und in gesellschaftlich maßgebliche Positionen geschafft, die dort als Hardliner exzeptionalistischen Ideen und Umgangsformen des Westens gesellschaftliche Allgemeingültigkeit verleihen konnten. Das macht für Osterhammel die Sonderstellung der Frontier in den USA aus.

Der Grundgedanke der so genannten kalifornischen Ideologie, dieser merkwürdigen Mischung aus dem Glauben an die emanzipatorischen Möglichkeiten der Informationsgesellschaft und libertären Ideen, besagt nun, dass die Expansion der USA über die Grenzen der Pazifikküste nicht allein mit der Ausdehnung des Walfangs in den Pazifik weitergeführt wurde, sondern später, ab den 1980er Jahren, vom Silicon Valley ausgehend mitten in den Cyberspace hinein.

Nun hat aber die globale Überwachungs- und Spionage-Affäre um den US-Geheimdienst NSA dazu geführt, dass das Ende der kalifornischen Utopie eingeläutet worden ist. Man könnte allerdings auch relativieren und sagen, dass die kalifornische Ideologie nicht komplett zerstört wurde, sondern lediglich der sympathischere Teil davon: der Glaube an das emanzipatorische Potential des Netzes.

Insofern müssen wir uns vielleicht gar keine Theorie des Internet im Kapitalismus zulegen, sondern können uns zunächst einmal mit dem übrig gebliebenen Torso der kalifornischen Ideologie beschäftigen.

Die Frage lautet dann also: Was kann uns denn die Web-Frontier-Analogie im historischen Vergleich verdeutlichen?

Folgende Punkte bieten sich dafür auf den ersten Blick an:

  • Der Staat ist der Feind, aber ohne Staat keine Frontier.

    Frontiers sind ohne staatliche Unterstützung - sei es durch militärische, logistische oder finanzielle Hilfen - nicht denkbar. Es muss erst eine kritische Masse an Menschen und ein Minimum an Infrastruktur vorhanden sein, sonst haben die Siedler keine Chance zu überleben. Dennoch sind sie im Vergleich zu traditionell gewachsenen Gesellschaftsformen wesentlich ungeschützter und deshalb eben nicht nur gezwungen, sondern auch freier, bestehende Normen in Frage zu stellen und neu auszuhandeln. Dies hat in der Geschichte schon immer dazu geführt, dass die Menschen an der Frontier althergebrachte Autoritäten in Frage gestellt haben bzw. Eingriffen von oben ablehnend gegenüber standen.

    Die Staatsfeindlichkeit des Silicon Valley, das ohne die massiven finanziellen Entwicklungsgelder des staatlich-militärischen Komplexes in den USA niemals entstanden wäre, ist insofern ganz normal; sie ist der typische Reflex eines Frontier-Milieus.

  • Dem Reichtum der Wenigen steht das Elend der Vielen gegenüber.

    Das Leben an der Frontier birgt außerordentliche Opfer aller Beteiligten, mitunter sogar die Auslöschung ganzer Kulturen. Zu Leitbildern werden aber die wenigen Erfolgreichen, die sich in der Regel über ganz außerordentliche Gewinne freuen können. Sie unterhalten gerne eine untergeordnete Kaste die - relativ gesehen - davon immer noch mehr profitiert als der große Rest. Diese Milieus tendieren zur Abschottung; das Misstrauen gegenüber den Verlierern wächst.

    Im Silicon Valley wird bereits überlegt, künstliche Inseln anzulegen, auf denen die Reichen und Erwählten dieser Erde ihr ganz eigenes Sozialexperiment durchziehen könnten - jedenfalls solange man sich noch nicht komplett abspalten kann vom Staat.

    Wer darin etwas Neues sieht, täuscht sich allerdings: Auch im 19. Jahrhundert zogen sich die ausländischen Kolonialherren in Kanton/China aus Angst vor dem Pöbel auf eine künstliche Insel im Perlfluss zurück.

  • It´s the economy, stupid.

    Frontiers haben die Eigenschaften, neue und erweiterte Formen von Kommunikation und damit die Herausbildung neuer Identitäten zu ermöglichen. Es entstehen “Kontaktzonen des Austauschs” (Osterhammel). Aber:

    Die wichtigsten Konfliktlinien liegen auf nicht-kulturellen Gebieten: Zum einen geht es um den Kampf um Land und die Sicherung von Ansprüchen durch Konzepte von Bodeneigentum, zum anderen um unterschiedliche Formen der Arbeitsorganisation und Ordnung von Arbeitsmärkten.

    Die Marginalität solcher sozialen Hybridgebilde wie der Blogosphäre oder der Netzgemeinde - sie sind sozusagen dem System der Frontier immanent. Es bedarf schon eines Massenprotestes weit über den Wirkungsbereich einer Avantgarde hinaus, um übergeordnete Interessen nachhaltig zu beeinflussen.

  • Jeder Machbarkeitswahn stößt früher oder später an seine Grenzen.

    Jede Frontier hat ihre Grenzen, seien sie zunächst auch noch so schwer erkennbar. Der nordamerikanische Westen wirkte auf die Menschen zunächst grenzenlos und voller Weite. Ein Mangel herrschte aber dennoch von Anfang an, bestimmte maßgeblich das Geschehen und sorgte für Interessenkonflikte: der häufig vorkommende Mangel an Wasser.

    Im Cyberspace ist das ganz genauso: Man ersetze nur das Wort Wasser durch das Wort Zeit.

    Hinzu kommt, dass der Staat dazu tendiert, sich nach einer erfolgreich verlaufenden Frontier-Bewegung seine Investitionen zurück erstatten zu lassen. Nach jedem Laissez Faire kam bislang immer eine Zeit der rechtlichen Einhegung und Regulierung.

    Das wissen auch die Gewinner aus dem Silicon Valley: Die erfolgreichsten unter ihnen investieren ihren Reichtum nicht unbedingt wieder ins Netz. Am konsequentesten ist dabei vielleicht das Paypal-Mafia-Mitglied Elon Musk. Der gebürtige Südafrikaner wettet auf die letzte verbliebene endlose Weite neben dem Cyberspace: das Weltall.

  • we need to update our nightmares

    Einer der anschaulichsten, wenn nicht besten Texte zum Überwachungs-SocialMedia-Postdemokratie-Protest-BigData-Komplex - Zeynep Tufekci mixt ihre Erlebnisse im Gezi-Park in Istanbul mit Studienergebnissen aus ihrer tech-soziologischen Forschungsrichtung und erklärt, warum Huxley (Brave New World) uns eher weiterhilft als Orwell (1984) oder Bentham (Panoptikum): An der gesellschaftlichen Oberfläche haben wir anscheinend die Wahl, die zur Wahl stehenden Entscheidungen aber sind so konfiguriert, dass wir aller Wahrscheinlichkeit nach genau die Entscheidungen treffen, die wir treffen sollen.

    Digitale Spähstrategien bündeln ökonomische, kulturelle und politische Macht, indem sie Kommunikation kontrollieren, überwachen und steuern - in den Räumen, die man zu kontrollieren müssen glaubt, um Herrschaft auszuüben: Insofern ist Soft Power eine Waffe des 21. Jahrhunderts.

    Resistance and surveillance: The design of today’s digital tools makes the two inseparable. And how to think about this is a real challenge. Our understanding of the dangers of surveillance is filtered by our thinking about previous threats to our freedoms. But today’s war is different. We’re in a new kind of environment, one that requires a new kind of understanding. (…)

    Companies want to use this power to make us buy products. For political parties, the aim is to attract support based on a tailored presentation of that party’s politicians and policies. Both want us to click, willingly, on a choice that has been engineered for us. Diplomats call this soft power. It may be soft but it’s not weak. It doesn’t generate resistance, as totalitarianism does, so it’s actually stronger.

    Internet technology lets us peel away layers of divisions and distractions and interact with one another, human to human. At the same time, the powerful are looking at those very interactions, and using them to figure out how to make us more compliant.

    Machen wir uns nichts vor XLIX

    Es ist eine Eigenart digitaler Technologie, dass jede Handlung, die wir durch sie und mit ihr ausführen, gleichzeitig auf zwei Ebenen stattfindet, auf der menschenlesbaren Ebene der Kommunikation und der maschinenlesbaren Ebene der Daten. (…) In der ersten Phase des Internets wurden nun alle Eigenschaften der Kommunikation extrem erweitert. (…) Flexible, einbeziehende, offene Strukturen, die bisher nur in kleinen Gruppen funktionierten, wurden auf viel größere übertragen. (…) Das Symbol der zweiten Phase ist nicht mehr die Community, sondern das Datencenter - eine Blackbox mit industriellen Dimensionen, kapitalintensiv, komplex und opak. (…) Es ermöglicht das “Profil”, das zunehmend bestimmt, wie wir uns durch Welt (offline und online) bewegen können, und es brachte den “großen Bruder” zurück, jene allwissende Obrigkeit, von der wir glaubten, wir hätten sie hinter uns gelassen. (…) Repression ist aber die Ausnahme. Mit großen, gut organisierten Datenmengen lassen sich Menschen steuern, ohne dass ihnen diese Steuerung bewusst wird. Die Polizei wird nur im Notfall, wenn alles andere versagt hat, losgeschickt. (…) In der Folge entsteht ein neues Machtgefälle zwischen denen, die Zugang zu den Daten und damit den entsprechenden Wissensvorsprung besitzen, und denen, die auf der Ebene der Kommunikation verharren müssen. Unterm Strich kommt heraus, dass zwar die Kommunikationsmöglichkeiten extrem ausgeweitet wurden, Kommunikation als solche aber an Bedeutung verliert. (…) Die Gewichtsverschiebung von der Kommunikation zu den Daten ist keineswegs auf das Internet beschränkt. In unseren zunehmend postdemokratischen Gesellschaften kommuniziert Macht nicht mehr, sie managt, möglichst ohne wahrgenommen zu werden.

    Felix Stalder stellt Kommunikation gegen Daten und erklärt so, warum Öffentlichkeit zur Soap gemorpht ist.

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