Archiv der Kategorie ‘Kritik und Cojones‘

 
 

Diskurshäuflein mit Katzenjammer

Ok, die Bundestagswahl hat uns also gezeigt, dass Deutschland ein strukturkonservatives Land ist, die Verletzung bestehender Grundrechte von Seiten der Geheimdienste niemanden interessiert, der Weg zur digitalen Gesellschaft weit und die Netzpolitik mitsamt Piratenpartei am Ende ist, während die Netzgemeinde kein Schwein ernst nimmt und am Diskurstropf der Massenmedien hängt - ohne Einfluss und ohne Macht, geschweige denn Geld, um das zu ändern.

Kurz: Die Bundestagswahl hat uns nichts gebracht, was wir nicht schon vorher gewusst haben, mindestens aber hätten wissen können.

Das vorläufige Fazit lautet mit Sascha Lobo also: Die Bürger fürchten den Veggie-Day in der Firmenkantine mehr als die Totalüberwachung des Internets. (…) Das ist demokratisch zu akzeptieren, so schwer es fällt. Was nicht bedeuten darf, netz- und gesellschaftspolitisch zu resignieren, so schwer es fällt.

Nun sind in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe von Gründen angeführt worden, warum es denn in aller Welt so weit kommen konnte. Streichen wir dabei allerdings jene, die die Schuld bei den allesamt pöhsen Wählern, Politikern und Medien suchen, scheint sich vor allem eine Lesart des Geschehens herauszuschälen: Es mangelt allem Anschein nach an einer anschaulichen Geschichte, die deutlich macht, dass es für alle bald ans Eingemachte gehen könnte, nicht nur für irgendwelche exotischen Asylsuchende, die auf Namen wie Assange oder Snowden hören.

So meint Felix Schwenzel: was fehlt, um die themen der netzpolitik, der freiheit und der grundrechte nach vorne zu bringen oder zu einem wahlentscheidenden thema zu machen, so wie vor 20 oder 30 jahren die umweltpolitik, ist nicht aufklärung oder bessere vermittlung, sondern emotionale aufladung. betroffenheit kann man kaum intellektuell erzeugen, sondern eher emotional oder dramatisch.

Na gut, wovon reden wir hier eigentlich? Doch offensichtlich nicht von Formen des Netz-Protestes, auch nicht von Forderungen an die Netz-Politik, sondern von den Möglichkeiten, den Netz-Diskurs zu beeinflussen und in den der Massenmedien einzupflanzen. Wir reden also über Öffentlichkeit im Internetzeitalter.

Felix Schwenzel hat natürlich seinen Punkt, wenn er sich an der Umweltbewegung orientiert und meint, dass das geringe Interesse an Netzthemen an den fehlenden Emotionen liegt, die nun einmal am besten über Personen und ihren Geschichten hervorzurufen sind. Wobei ich nicht glaube, dass wir unbedingt ein paar neue Opfer benötigen, die den Leuten in Deutschland näher stehen als Assange oder Snowden, damit sie endlich schlucken, dass das Thema sie sehr wohl betrifft bzw. ganz schnell betreffen könnte. Die Umweltbewegung inklusive der Klimadebatte hat Emotionen und Identifikation zwar auch über eine Personalisierung der Themen, aber nicht über Opfer, sondern eher über prominente Köpfe hinbekommen: Al Gores An Inconvenient Truth mag zum Beispiel kein guter Dokumentalfilm über die globale Erwärmung sein. Wichtig war aber, dass Gore seinen Promikopf für diesen Film hergab und dieser so erst seine Wirksamkeit entfalten konnte.

Personalisierungen und Prominente allein werden dem Netz-Diskurs bestimmt nicht zu mehr Durchschlagskraft verhelfen. Dafür müssten sich schon einige Strukturen und Voraussetzungen ändern: Kurz gesagt, müsste der Netz-Diskurs unabhängiger von den Massenmedien werden und gleichzeitig seine Kanäle in dieselben ausbauen. Auf Anhieb fallen mir dazu drei Baustellen ein, die die Netzmenschen durchaus aus eigener Kraft schaffen bzw. unterstützen könnten: die Reanimierung der Piratenpartei, die Schaffung einer eigenen Diskurs-Plattform und die Beseitigung der blinden Flecken im eigenen Denken.

Reanimierung der Piratenpartei: Es ist zwar nicht ganz klar, was aus der Piratenpartei nach dem desaströsen Ergebnis bei der Bundestagswahl werden wird. Das ändert aber nichts daran, dass da gerade eine Generation erwachsen wird, die viele Ansichten der Piraten teilt und den Anspruch hat, die Gesellschaft mitzugestalten. Da wir die Piraten nun einmal haben und sie so heißen, wie sie dummerweise heißen, ist es wahrscheinlich das beste, wenn sie überleben, aus ihren Fehlern lernen und wieder neu angreifen. Allerdings wird das mit Sicherheit nicht funktionieren, wenn ihre Basis die in der Öffentlichkeit stehenden, führenden Köpfe der Partei weiterhin mobbt und grillt und fertig macht. Anders formuliert: Die Piratenpartei muss endlich ihre Ablehnung gegenüber jeglichen repräsentativen Funktionen überwinden und zu einer Organisationsform finden, die diesen Namen auch verdient. Dann kann sie auch wieder über Online-Mitgliederversammlungen und Liquid Feedback nachdenken. Im Schwenzelschen Personalisierungssinne müsste man sich als Sahnehäubchen obendrauf dann eigentlich noch Marina Weisband als Parteivorsitzende wünschen - ob sie sich das persönlich wirklich antun möchte, kann ohnehin nur sie selbst beantworten; für die Partei wäre sie mit Sicherheit keine schlechte Lösung.

Schaffung einer eigenen Diskurs-Plattform: Das letzte netzaktivistische Projekt, das wenigstens versuchte, vom Diskurstropf der Massenmedien wegzukommen, war telepolis, bevor der Heise Verlag die Sense ansetzte und das Geld kürzte. Das ist in etwa zehn Jahre her. Momentan gibt es neben netzpolitik, der Plattform mit kruden Texten und technischem Zuschnitt für den männlichen Nerd, nur perlentaucher und carta, die von den Journalisten der Massenmedien regelmäßig gelesen und verwurstet werden. (Der Rest besteht aus twitter, vielleicht noch rivva sowie einzelnen Autoren - man könnte auch sagen: Sascha Lobo.) Nun ist der perlentaucher eher ein Aggregator als eine Diskurs-Plattform. Und carta ist zwar kein reiner Aggregator, aber hat sich zu einer Plattform entwickelt, die alles veröffentlicht, was irgendwie Aufmerksamkeit verspricht und dadurch völlig beliebig wirkt: carta hat inzwischen den Charme einer Sauna für alte Männer, in der selbst entkleidete Mspro-Textkörper eine jugendliche Aura verströmen. Was fehlt, ist also ein Aggregator mit einem klaren inhaltlichen Konzept, einem formidablen Algorithmus, der die wichtigen Texte im Netz zum Thema herausfischt, und einigen guten Leuten, die in der Lage sind, Themen sinnvoll zu clustern, weiterzuentwickeln und eine Community bei Laune zu halten. Dann käme die Aufmerksamkeit der Massenmedien von ganz allein, und die so genannte Netzgemeinde hätte eine neue publizistische Heimat.

Beseitigung der blinden Flecken im eigenen Denken: Es fällt auf, wie sehr viele Netzaktivisten der kalifornischen Ideologie anhängen, die neben den ganzen freiheitlichen und bürgerrechtlichen Idealen eben auch tief sitzende libertäre Elemente hat: die Ablehnung von staatlichen Institutionen, von Regulierung und Einmischung. Dieser Internetpositivismus, dass man im Grunde genommen nur Wissen zugänglich machen muss und sich die Dinge dann von selbst erledigen, alles sich von selbst löst, das ist eine zentrale Idee (…). Eine Idee, die davon ausgeht, dass sie nicht ideologisch ist, sondern praktisch. Das ist genau der Punkt. Nun gehen die Meinungen darüber, wie diese aus der kalifornischen Ideologie kommende Internet-Gegenkultur zu bewerten ist: Steht sie für ein neues Stadium kapitalistischer Wertschöpfung im positiven Sinne, für mehr Freiheit und mehr Selbstbestimmung des Einzelnen oder ist sie doch nur eine perfide agierende Entwicklungsabteilung des Kapitalismus, die die kulturelle und immaterielle Produktion vorbereitet und zur Zerschlagung und Abwertung von Institutionen der alten Arbeiterbewegung beigetragen hat? Um diese Frage zu beantworten, müsste die Internetszene nicht nur kritisch mit “dem Staat”, sondern auch mit “der Wirtschaft” umgehen, die heiligen Kühe (google, apple, etc.) schlachten, sich aus der geistigen Abhängigkeit von der Techindustrie befreien - und damit sich den eigenen Biasen stellen. Das würde Glaubwürdigkeit schaffen.

tl;dr: Ey Netzgemeinde, Du hast genug gejammert. Mach mal was.

Aufmerksamkeitsökonomistenbias

Jeder Diskurs wird nicht zuletzt von seinen materiellen Grundlagen mitbestimmt - das ist auch bei Intellektuellen nicht anders, obwohl gerade sie ihre Legitimation gerne mit geistiger Unabhängigkeit begründet sehen wollen.

In den 1920er-Jahren war es zum Beispiel die Presse, die Schriftstellern und Privatgelehrten, die weder mit Verkaufszahlen noch mit Anstellungen im akademischen Betrieb ihren Lebensunterhalt verdienen konnten, ein meist bescheidenes, aber eben doch ein Auskommen ermöglichte - Siegfried Kracauer, Karl Kraus, Joseph Roth, Georg Simmel und wie sie alle hießen.

Henry Farrell hat sich nun unter dieser Perspektive das Wirken einiger “Technologie-Intellektueller” angeschaut, die in Nordamerika einen nicht unwesentlichen Einfluss auf öffentliche Diskussionen haben, die sich um Internet, Digitalisierung und damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel drehen.

Seine These: Die Tech-Intellektuellen blenden zentrale, unmittelbar mit der Netzwirtschaft zusammen hängende sozio-ökonomische Realitäten wie zum Beispiel die reality of skyrocketing political and economic inequality aus, da sie am Tropf der Aufmerksamkeitsökonomie hängen. Stattdessen pflegten sie ihre wachsweiche rhetoric about the Internet’s openness to new and wonderful things, so Farrell:

Technology debate relies tacitly or indirectly on the tech industry for many things: funding of conferences, support of fellowship positions, speaking engagements, a purchasing public for technology books. And this reliance manifests itself in the culture of argument. Nearly all prominent technology intellectuals (Siva Vaidhyanathan and Susan Crawford are honorable exceptions) share technology entrepreneurs’ conviction that business has a crucial role to play either in pushing back government to make room for market-driven entrepreneurialism (the libertarian version) or working together with government to make balky bureaucracy more publicly responsive (the liberal-leaning-toward-left version).

Zugespitzte Zukunft und vermaledeite Intoleranz

Das Problem mit der Zukunft ist ja: Wenn sie erst einmal da ist, gibt es kein Zurück mehr. Aber Zukunft ist nicht gleich Zukunft: Auch sie hat eine Geschichte.

Seitdem die Menschen Zukunftskonzepte entwickelt haben, die auf “Wissen” und nicht auf “Glauben” (Mitte 18. Jahrhundert) beruhen, hat sich eines gezeigt: Wenn sich die Zeit zu beschleunigen und der Zukunftshorizont extrem zu verkürzen scheint - bis hin zur Erwartung einer nahen kosmischen, religiösen oder sozialen Katastrophe (Lucian Hölscher) - dann war die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Umbruchs immer auch besonders hoch.

Die Zukunft hat sich schon immer sowohl aus Prognosen als auch aus Utopien bzw. apokalyptischen Entwürfen zusammen gesetzt und pendelte stets zwischen diesen beiden Polen hin und her. Doch an dieser Stelle ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten: Während die Zahl der Prognosen ständig zunimmt und Sachzwänge produziert, wird über die Zukunft oder gar über Utopien so gut wie gar nicht mehr geredet.

Das Ergebnis ist ein gefährlich zugespitztes Entweder-Oder: entweder Bier oder Mate, Homöopathie oder Wissenschaft, Religion oder Freiheit, Menschlichkeit oder big data, offene Gesellschaft oder Überwachungsstaat, etc.

Das Ergebnis ist also kurz: Intoleranz, vermaledeite.

Das Opfer-Ich

Die ganzen Honks, die das Internet vollmeinen. Die Ichisten, die aus Egomanien in die Sozialen Netzwerke eingewandert sind. Die Aufmerksamkeitsökonomen, die ihr Qualia-Ich zum numeroiden skalieren wollen.

Sie opfern das Ich mit ihrem eigenen Fleisch. Die Diagnose lautet: autoaggressiver Narzissmus.

tacit alliance

Für den US-amerikanischen Science Fiction-Autor Bruce Sterling ist der Hacker Space das Gehirn und Nervensystem des Austeritätsprogramms der sich formierenden globalen Netzwerkgesellschaft:

in the start up world you work hard and you move fast in order to make other people rich. other people, not you. you are a smart elite of very smart young people who are working very hard for an even smaller elite of mostly baby boomer financiers

so they can buy national governments, shut the governments down, destroy the middle class and the nation state

you are part of a tacit alliance between the hacker space and offshored money

(Vortrag auf der SinnerSchrader-Veranstaltung für die europäische Digitalökonomie, der so genannten Next. Gefunden via Siggi Becker.)

Machen wir uns nichts vor XLIII

Soziale Netzwerke sind fluide Selbstvergewisserungsmantras, in denen das Panta Rhei immer in dieselben ontologischen Bahnen abfliesst. Echokammer und Filter Blase war gestern; heute haben wir die Ontlosschleife.

(Selbstzitat.)

(Ich betätige mich ja nur ungern als Spaßbremse, aber die Reaktionen auf den Rant Frank Schirrmachers zur Zukunft des Journalismus offenbaren einige Brüche, die im Selbstverständnis der Netzbohémiens so schlummern. Wenn er die Ontologien der Netzaktivisten kritisiert, muss das demzufolge besser verschwiegen bzw. darauf nicht reagiert werden, weil es ja sonst auffiele, wie viel Metaphysik eigentlich in den Sozialen Netzwerken steckt. Stattdessen wird der Rant fleißig widerlegt - faktisch, ökonomisch, entwicklungstheoretisch, wie auch immer (wtf, seit wann müssen Rants Sinn ergeben?). Einer der wenigen Blogposts, der diesem Text Paroli bietet, ist ein kleiner, unscheinbarer von Markus Spath; der schlägt Schirrmacher mit den einzig möglichen Waffen - seinen eigenen:

das lustige an ihm ist, dass er selbst quasi ein glaubender der von ihm kritisierten ‘internetideologien/-en’ ist, nur die angedachten ergebnisse, visionen, utopien negativ und dystopisch bewertet. er selbst denkt technodeterministisch, nur verzweifelt seine humanistische seele an den entwürfen.

(Lustig, dass Markus und ich - apropos Schleife - uns hier gegenseitig zitiert haben. )

Machen wir uns nichts vor XLII

“tot ist das system der schamanischen pilz-kultur, bei dem die obersten eines stammes die hallogenen pilze verzehren, und die unteren schichten dann nacheinander jeweils den urin der nächsthöheren trinken. bis man am ende sich den visionären rausch nur noch vorstellen muss, wenn man als letzte(r) in der kette den becher bis zur neige leert.”

Martin Lindner erklärt die Geisteswissenschaften bzw. das hierarchisch aufgebaute, materielle und immaterielle Anerkennung kanalisierende System, das Qualifikationen scheinbar logisch mit Kompetenzen verknüpft und damit als gerecht erscheint, für tot.

Guttenberg hat also doch seine Verdienste. Als Plagiator.

Eure Öffentlichkeit

Jetzt schreit ihr alle wieder, weil ein Leistungschutzrecht kommen soll: Die Blogs sollen sich stärker vernetzen. Und die das am lautesten schreien, haben immer schon nur auf die drei, vier Alphaärsche verwiesen, die das auch für Euch tun.

Mit Kritik könnt ihr nicht umgehen. Wenn Euch etwas nicht in den Kram passt, ist es Feuilleton. Ihr geschichtsvergessenen Muttermörder: Ohne die Entwicklung Feuilleton wäret ihr und eure öffentliche Position gar nicht denkbar.

Ohnehin pinkelt ihr den Verlagen immer nur so lange richtig ans Bein, bis sie euch dafür bezahlen, was ihr vorher umsonst machen musstet.

Es gibt zu viele Ideologen unter euch.

Und zu viele Kindsköpfe.

Inzwischen überlege ich, ob ich Teil Eurer Öffentlichkeit sein will: Ich will keine Partei ergreifen, niemanden wegbeißen und ich will auch kein Geld vom Internet. Aus welchen Gründen also bleiben?

mein kind ist geiler als dein kind

Neobürgerliche Kinder-Erziehung mitsamt elterlicher Profilneurosen, auf den Punkt gebracht von Fil.

Digitaler Klimawandel

Kurze Anmerkung zur gerade wieder stark blubbernden Urheberrechtsdebatte: “Wer die Markwirtschaft akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler”, schreibt Konrad Lischka, und das hört sich wesentlich undiplomatischer an als neulich Sascha Lobo, der meinte: “Der Fortbestand des freien und offenen Netzes hängt auch davon ab, ob sich mit Inhalten ausreichend viel Geld verdienen lässt.”

Mein Problem mit Lischkas Quintessenz hat Benedikt Köhler auf Twitter auf den Punkt gebracht. Dort stellt er die künstliche Frontenstellung in Frage, die der Spiegelmann sich da zurechtgetastaturt hat:

“Moment mal, wer gegen ACTA ist, ist doch nicht zwangsläufig für Apple, Google und Megaupload?”, twittert Köhler und fügt daraufhin völlig korrekt an, dass es übrigens “auch Marktwirtschaften mit liberalen Fair-Use-Regelungen” gebe.

(Es sieht ganz danach aus, als ob sich in der Urheberrechtsdebatte ein Klimawandel ankündigt: Der Druck auf das freie und offene Netz steigt, da die vorhandenen digitalen Geschäftsmodelle bislang weder wirtschaftlich noch inhaltlich das halten, was sich viele Webevangelisten einst und immer noch von Ihnen versprochen haben. Wenn es sich nicht um so viel Geld und damit existenzielle (Geschäfts-)Interessen handelte, könnte man locker den Zeithorizont ausweiten und sagen: Ja nun, wird schon noch kommen.

So ist es aber nunmal nicht, und deshalb wäre es auch ziemlich bescheuert, wenn die digitalen Meinungsmacher unterdessen in der Mehrzahl so reagierten wie Lischka. Denn dann dürfte das Warten auf das neue, nachhaltige, smoothe und wirtschaftlich attraktive digitale Geschäftsmodell einen ziemlich unschönen Nebeneffekt haben: die Spaltung der so genannten Netzgemeinde, der ohnehin schwächsten Internet-Interessengruppe neben Content-Verwertern und Tech-Unternehmen.)

Aktualisierung: Na, hätte ich geahnt, dass Marcel Weiß und Sascha Lobo auf google plus eine solch spektakuläre Diskussion abliefern würden, hätte ich wohl geschwiegen.

blogoscoop