Romelus Baby

Nach Matthias Schwenk ist dem Mehrautorenblog Carta mit Christoph Kappes nun der zweite Herausgeber binnen kurzer Zeit verlustig gegangen. Die etwas nebulös angekündigte Neuaufstellung Cartas hat bislang also (von außen betrachtet) nicht mehr gebracht als die Atomisierung der Herausgeberschaft. Im Boot bleiben Gründer Robin Meyer-Lucht und Wolfgang Michal. (Erinnert sich jemand daran, dass Mercedes Bunz und Stefan Heidenreich einst ebenfalls diese Funktion innehatten?)

Gut, ich kenne weder Interna noch handelnde Personen: aber im Gegensatz zum eher zurückhaltenden Statement Schwenks bietet Kappes genug inhaltlichen Stoff zur Interpretation.

Also dann, Christoph Kappes schreibt:

Erstens hat sich für mich nicht der Freiraum ergeben, den ich vor einem halben Jahr nach schriftlichen Ankündigungen von Robin Meyer-Lucht zu seinem Rückzug erwartet hatte (vgl. dazu auch Matthias Schwenck zur Niederlegung seiner Herausgeberschaft). Die von mir geplanten konzeptionellen Änderungen zur Neuausrichtung von Carta.info können nun nicht umgesetzt werden.

Sprich: Robin Meyer-Lucht betrachtet Carta in erster Linie als sein Baby Projekt und ist letztendlich nicht wirklich willens, Verantwortung zu delegieren.

Ferner schreibt Kappes:

Zweitens möchte ich keine Rolle als „Herausgeber“ bei einer publizistischen Aktivität, die an andere höchste Ansprüche stellt, selbst aber keine personelle oder zumindest irgendwie geartete strukturelle Trennung von inhaltlicher Ebene und der Finanzierung der beteiligten Personen vornimmt.

Sprich: Der Hase liegt just an der Stelle im Pfeffer, wo inhaltliche Linie und Finanzierung sich nach professionellen Standards scheiden sollten - da Meyer-Lucht (@romelu) diese Trennung für sich selbst nicht akzeptieren möchte (siehe oben).

Eine knackige Stellungnahme Robin Meyer-Luchts wäre jetzt natürlich spannend; ich lasse mich bei meiner Kaffeesatzleserei gerne eines besseren belehren.

(Nebenbei bemerkt: Es geht mir nicht darum, hier jemanden durch den Kakau zu ziehen, und ich würde es begrüßen, wenn Carta ein wichtiger Anlaufpunkt in der deutschsprachigen Blogosphäre bliebe. Aber bei der Rumeierei der vergangenen Monaten bleibt - wie gesagt immer von außen betrachtet - der Eindruck hängen, dass es eher um persönliche als um inhaltliche Konflikte gehen könnte.)


 
 
 

Ein Kommentar zu “Romelus Baby”

  1. Thorstena » Auf der Suche nach Knotenpunkten II
    19. Juni 2011 um 09:40

    [...] habende Mehrautorenblog wurde von Robin Meyer-Lucht in den einstweiligen Ruhestand versetzt, und es bleibt einigermaßen unverständlich, warum Carta nicht wenigstens einen ernsthaften Versuch unternommen hat, sich noch einmal neu zu [...]

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