Machen wir uns nichts vor XLIII

Soziale Netzwerke sind fluide Selbstvergewisserungsmantras, in denen das Panta Rhei immer in dieselben ontologischen Bahnen abfliesst. Echokammer und Filter Blase war gestern; heute haben wir die Ontlosschleife.

(Selbstzitat.)

(Ich betätige mich ja nur ungern als Spaßbremse, aber die Reaktionen auf den Rant Frank Schirrmachers zur Zukunft des Journalismus offenbaren einige Brüche, die im Selbstverständnis der Netzbohémiens so schlummern. Wenn er die Ontologien der Netzaktivisten kritisiert, muss das demzufolge besser verschwiegen bzw. darauf nicht reagiert werden, weil es ja sonst auffiele, wie viel Metaphysik eigentlich in den Sozialen Netzwerken steckt. Stattdessen wird der Rant fleißig widerlegt - faktisch, ökonomisch, entwicklungstheoretisch, wie auch immer (wtf, seit wann müssen Rants Sinn ergeben?). Einer der wenigen Blogposts, der diesem Text Paroli bietet, ist ein kleiner, unscheinbarer von Markus Spath; der schlägt Schirrmacher mit den einzig möglichen Waffen - seinen eigenen:

das lustige an ihm ist, dass er selbst quasi ein glaubender der von ihm kritisierten ‘internetideologien/-en’ ist, nur die angedachten ergebnisse, visionen, utopien negativ und dystopisch bewertet. er selbst denkt technodeterministisch, nur verzweifelt seine humanistische seele an den entwürfen.

(Lustig, dass Markus und ich - apropos Schleife - uns hier gegenseitig zitiert haben. )


 
 
 

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